von unserer Mitarbeiterin Gabi Arnold

Coburg — Trotz der enttäuschenden Wahlergebnisse im vergangenen Jahr lässt die Coburger FDP den Kopf nicht hängen und schaut optimistisch in die Zukunft. Der Vorsitzende des Kreisverbandes Coburg-Stadt, Ulrich Herbert, zeigte sich jetzt bei der Hauptversammlung zuversichtlich, dass seine Partei wieder in der Wählergunst punkten wird. "Ich bin überzeugt, dass wir bei der nächsten Wahl wieder gute Wahlergebnisse erreichen, wenn wir alle zusammenhelfen."
Mit Hans-Heinrich Eidt ist die FDP nur noch mit einem Mandat im Stadtrat vertreten. Jetzt möchten die Liberalen mit Veranstaltungen deutlich machen, dass die Partei auch künftig gebraucht werde. Themen gibt es laut Herbert genügend in Coburg, wie den ICE-Systemhalt oder die Schienenverbindung nach Thüringen. In diesem Zusammenhang bedauerte Herbert den Umstand, dass immer noch keine Parkplätze am Coburger Bahnhof geschaffen wurden - und das, obwohl der ICE bereits 2017 zwischen Nürnberg und Erfurt fahren soll.

Nicht einig mit der Kreis-FDP

Anders als die Kreis-FDP positioniert sich die Stadt-FDP für den Neubau eines Verkehrslandeplatzes. Dieser, so Herbert, sei von besonderer Bedeutung für die international tätigen Wirtschaftsunternehmen im Coburger Raum. Auch die Entwicklung einer Schlossplatztiefgarage werde man begleiten. Zudem müsse die Stadt eine Lösung zur Nutzung der ehemaligen BGS-Kaserne finden.
Bei den Neuwahlen wurde Ulrich Herbert als Vorsitzender bestätigt. Erster Stellvertreter ist Jörg Meißner, Zweiter Stellvertreter Markus Latter und Dritter Stellvertreter Philipp Herr. Schatzmeister ist Gunter Ritter, Schriftführerin Stefanie Hollweg und Beisitzer sind Jens-Uwe Peter, Carsten Aumann, Peter Palitza, Michael Zimmermann und Hans-Heinrich Eidt.
Eine umfangreiche Stellungnahme hat die FDP zur Diskussion um eine Max-Brose-Straße abgegeben. Darin wird die "unterschwellige Unterstellung" zurückgewiesen, dass ein "von Nazi-Ideologie geprägter Stadtrat sich in einer immer noch braun gefärbten Stadt nunmehr vom wirtschaftlich mächtigen Enkel Michael Stoschek erpressen" lasse. Max Brose sei "kein Held, aber sicher auch kein ideologisierter Nazi" gewesen. Die FDP äußert die Hoffnung, dass die aktuelle Diskussion den Anstoß dafür geben könnte, "dass Coburg spät, aber wohl noch nicht zu spät, die historische Aufarbeitung seiner jüngeren Geschichte betreibt."