Neuses an den Eichen — Die Themen Windpark "Bürgerwald" bei Welsberg und der Abwasserzweckverband "Itzgrund" beschäftigen die Bürger des Großheirather Gemeindeteils Neuses an den Eichen. Dies wurde bei der Bürgerversammlung im Gasthaus "Zur Eiche" deutlich.
Die vier Windkrafträder sollen in der angrenzenden Gemeinde Itzgrund durch das Münchner Unternehmen Green City Energy auf der Höhe der Thiereller entstehen. In Welsberg gibt es mit der Bürgerinitiative "Sturmwind" heftigen Widerstand, aber auch in Neuses an den Eichen sind die Bürger wenig begeistert. Laut Bürgermeister Udo Siegel (CSU/Bürgerblock) haben sich 100 "Neuseser" in eine Liste gegen den Windpark eingetragen.


Ablehnung aus Großheirath

Der Gemeinderat werde die geplante Maßnahme ablehnen, versicherte Siegel den Bürgern im voll besetzten Wirtshaus. Allerdings machte Siegel keine allzu großen Hoffnungen auf Erfolg. Denn die 10-H-Abstandregelung greife hier nicht. Nicht alle Bürger lehnen den Windpark kategorisch ab. Werner Scheler meinte, Windkrafträder seien allemal besser als neue Stromtrassen. Sollte der Verlauf neuer Stromleitungen geändert werden, dann könnte dies das Großheirather Gemeindegebiet betreffen, sagte Scheler. Bürgermeister Udo Siegel verwies auf eine Resolution des Landkreises, wonach alle Landkreiskommunen den Bau weiterer Stromleitungen geschlossen ablehnen.
Gemeinderat und Kreisobmann Gerhard Ehrlich (CSU/Bürgerblock) befürchtet, dass dieses Thema genauso aus dem Ruder laufe wie der geplante Verkehrslandeplatz bei Wiesenfeld/Neida. Auch dieses Großprojekt, erinnerte er, sei zunächst abgelehnt worden, aber später sei die Meinung einiger Kreisräte gekippt. "Wenn die Begründung kommt, dass die Wirtschaft die Masten braucht, ändert sich auch hier die Meinung ganz schnell", sagte er.
Werner Scheler brachte auch das Thema "Abwasserzweckverband Itzgrund " zur Sprache. Im Zweckverband arbeiten die Kommunen Großheirath, Itzgrund und Untermerzbach interkommunal zusammen. Bürgermeister Udo Siegel musste bei diesem Punkt einiges an Kritik einstecken.


Unzufrieden mit Zweckverband

Werner Scheler sagte beispielsweise: "Wir haben diesen Zusammenschluss mit Kommunen, die mehr Fremdwasser einbringen als Großheirath." Außerdem funktioniere die Zusammenarbeit offensichtlich nicht, deshalb solle die Gemeinde Großheirath die Reißleine ziehen und den Verbund wieder verlassen, forderte er. Siegel räumte ein, dass der Zusammenschluss der drei Kommunen nicht optimal laufe. Von der Kooperation habe man sich Synergieeffekte erhofft, sie sollte zunächst zur Probe ein Jahr lang laufen. Dies sei wegen personeller Ausfälle nicht möglich gewesen.
Zu Beginn der Versammlung hatte Siegel über die Projekte des Jahres 2015 informiert. Unübersehbar ist das wachsende Gewerbegebiet vor den Toren der Gemeinde Großheirath. Hier siedeln sich die Firma Max Carl und das Unternehmen Hans Rauh Spedition und Logistik an. Die Gemeinde Großheirath steht nach wie vor auf soliden finanziellen Füßen. Trotz größerer Investitionen habe sie keine Schulden. ga