von unserem Redaktionsmitglied Ramona Popp

Kreis Lichtenfels — Keine der drei betroffenen Gemeinden Stadelhofen, Wattendorf und Weismain hat dem geplanten Windpark eines in Forchheim ansässigen Unternehmens der Naturstrom-AG zugestimmt. Die Jura-Gemeinde Stadelhofen ist mit ihrer Klage gegen die Genehmigung des Landratsamtes Bamberg am Verwaltungsgericht Bayreuth gescheitert. Regierungsdirektor Anton Fleischmann vom Landratsamt Lichtenfels spricht von einem "Urteil mit Vorwirkung", denn in der Lichtenfelser Behörde steht die Entscheidung in dem immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahren noch aus.
Das Gericht hat entsprechend eines vorgelegten Gutachtens artenschutzrechtliche Bedenken zurückgewiesen. Die von den Gegnern eingeforderte Einhaltung der 10-H-Abstandsregelung könne aus Sicht der Bayreuther Richter nicht zugrunde gelegt werden, weil der Antrag für das Vorhaben noch vor deren Inkrafttreten eingereicht worden war. Geplant ist ein Windpark mit elf Rotoren - vier auf Stadelhofener und fünf auf Wattendorfer Gebiet sowie zwei in der Gemarkung Großziegenfeld (Weismain).
Die Stadt hatte dieser Planung das gemeindliche Einvernehmen versagt. Es könnte aber sein, dass das Landratsamt dieses Einvernehmen nun ersetzt. "Weismain hat alle Möglichkeiten ausgeschöpft, um dem Willen der Bevölkerung Rechnung zu tragen", sagte Bürgermeister Udo Dauer dazu. "Aber wenn eine Genehmigung im Einklang mit der Rechtsordnung steht, sind wir an unsere Grenzen geraten."
Auf Weismainer Gebiet - in Seubersdorf - gibt es bereits drei Windkraftanlagen, in der Nachbarschaft, auf Kulmbacher Gebiet bei Kasendorf, weitere vier. Damit sollte es nach Meinung der Seubersdorfer auch genug sein, so Dauer.