Haßfurt — Dass das Stadtwerk Haßfurt zu den innovativsten Einrichtungen seiner Zunft gehört, sei nicht nur im Landkreis Haßberge bekannt. Auch in Uffenheim (Landkreis Neustadt/Aisch), dem Wohnort des Grünen Bundestagsabgeordneten Uwe Kekeritz, hätten sich die Visionen des Haßfurter Energieversorgers herumgesprochen, geht aus der Mitteilung des Grünen-Kreisverbands hervor. Die Grünen berichten über dessen Besuch in Haßfurt. Kekeritz informierte sich vor Ort über die zukunftsträchtigen Ideen des Stadtwerks am Main.
Er gilt zwar nicht als Energie-Politiker, hat als Grüner aber von Natur aus großes Interesse am Themenkomplex "regenerative Energien". Allerdings liege er auch nicht kompromisslos auf Parteilinie, so die Grünen, wenn es beispielsweise um die geplanten Stromtrassen aus dem Norden der Republik geht. Kekeritz bezifferte die Kosten dieser Trassen, wenn sie auch noch unterirdisch verlegt werden würden, auf 40 bis 50 Milliarden Euro, "eine Summe, die in anderen Bereichen wesentlich besser investiert werden könnte", kritisierte Kekeritz. Der 60-Jährige meinte in erster Linie die "Power-to-gas"-Idee, der sich auch das Stadtwerk Haßfurt verschrieben hat. "Das wäre wesentlich sinnvoller, hier müssen wir mehr tun", verlangte Kekeritz. In Haßfurt bekam Kekeritz nun vom Leiter der Stadtwerke, Norbert Zösch, Einblicke in die Methanisierung von Strom, das nach dem Prinzip der Elektrolyse funktioniert. Das Stadtwerk unterstützt ein Projekt der Fachhochschule in Schweinfurt, an dessen Ende im Haßfurter Hafen eine Anlage stehen soll.
Die Energie-Experten sind sich sicher, dass mit der Methanisierung das Problem des Stromspeicherns der Vergangenheit angehören könnte. Überschüssiger Strom aus Erneuerbaren Energien wird dabei in Gas umgewandelt und kann über das bereits vorhandene Gasnetz gespeichert und transportiert werden und dort, wo es benötigt wird, per Gasturbine wieder in Strom umgewandelt werden.
"Der dabei entstehende Verlust ist immer noch wesentlich geringer, als wenn man ein Windrad abschalten müsste, weil gerade zu viel Strom im Netz ist", sind sich Zösch, Kekeritz sowie die beiden grünen Kreisräte Helene Rümer und Matthias Lewin, einig. Die industrielle Herstellung von "Windgas" - so nennt Greenpeace Energy das bei der Methanisierung entstehende Produkt - wird in Deutschland unter anderem von Siemens vorangetrieben. red