Zum 9. IT-Unternehmer Event auf Schloss Thurnau hatten der IT-Cluster Oberfranken und bayme, die bayerischen Metall- und Elektroarbeitgeber, eingeladen. Über 100 Unternehmer und IT-Interessierte nutzten die Gelegenheit, sich erklären zu lassen, wie die digitale Zukunft positiv gestaltet werden kann. Mark von Kopp von SAP war als Hauptreferent eingeladen, der seit über 15 Jahren in führenden Positionen für SAP tätig ist, unter anderem mit den Schwerpunkten Industrie 4.0 sowie digitale Geschäftsmodelle und Geschäftsprozesse.
In Oberfranken entstehen in Bamberg und Hof gerade zwei digitale Gründerzentren. Digitalisierung und Industrie 4.0 sind in aller Munde. Doch was sich hinter diesen Begriffen versteckt, das versuchte von Kopp anschaulich zu erklären. Es gelte, bestehende Geschäftsmodelle kontinuierlich zu hinterfragen und neu zu entwickeln. Verweigern sich Unternehmen dem Wandel, werden sie scheitern und eines sei auch klar: Der Erfolg gehört den kreativen Marktteilnehmern.
Von Kopp machte deutlich, dass Industrie 4.0 die Arbeitswelt, so wie sie heute ist, grundlegend verändern könne. Es werde allerdings keinen Zeitpunkt geben, zu dem Industrie 4.0 beginnt - die Veränderungen kommen sukzessive und hätten bereits begonnen.
Die sogenannte Industrie 4.0 basiert darauf, dass die Produkte selbst die Maschinen informieren, was mit ihnen passieren soll. Das wird die gesamte Produktionslogik verändern: Intelligente Maschinen und Produkte, Lagersysteme und Betriebsmittel organisieren sich zukünftig selbstständig in echtzeitfähigen IT-Systemen - entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die Folgen davon sind, dass es zu radikalen Veränderungen in der Arbeitswelt kommen wird. "Nicht die Großen schlagen die Kleinen, sondern die Schnellen die Langsamen", stellte Mark von Kopp fest. Von Kopp ist überzeugt, dass die deutsche Wirtschaft und der Mittelstand bei der Digitalisierung gut unterwegs sind.


Daten sind die neue Währung

Die zunehmende Digitalisierung lässt den Kunden in Zukunft viel stärker in den Fokus rücken. Die Datenmengen werden ausgewertet und in neue Geschäftsmodelle geformt. So wird es zum Beispiel möglich sein, Kundenströme im Supermarkt mit Kameras und Sensoren zu erfassen und der Marktleiter erfährt sofort, was gerade in seinem Markt passiert. Daten bezeichnete von Kopp als das "neue Öl" im jetzigen Zeitalter. Das Vertrauen in diese Daten sei aber eine ganz wichtige "Währung" und hier können die deutschen Unternehmen entscheidend punkten.
Claus Huttner, Vorsitzender IT-Cluster Oberfranken und Chef des Bamberger Logistikunternehmens Bi-Log, verwies auf den Netzwerkverbund mit rund 70 Mitgliedern: "Wir sind ein Verein, der für die oberfränkischen Firmen eine Plattform bieten will. Wir haben uns in Bamberg mit 16 Firmen gegründet und können im nächsten Jahre bereits unser 10-Jähriges feiern", sagte er.
IT-Cluster Oberfranken hat sich zum Ziel gesetzt, nicht nur zusammenzukommen, sondern auch zusammenzuarbeiten. Vorsitzender Huttner: "Wir bieten auch einmal im Jahr ein IT-Forum an, das findet immer an einer Hochschule in Oberfranken statt. Das zweite große Highlight ist, dass wir mit großer Unterstützung von bayme einmal im Jahr ein IT-Unternehmer-Event veranstalten, dabei mit einem aussagekräftigen Referenten, um unseren Mitgliedern einmal die Möglichkeit zu geben, über den Tellerrand hinauszublicken." Rei