Die Lauensteiner freuten sich über ihre neue Buswendeschleife so sehr, dass die "Gemeinschaft Lauensteiner Vereine" unter der Federführung von Ursula Lieb am Samstag aus einer "offiziellen Verkehrsfreigabe" ein Dorffest mit viel Musik und wenig Reden machte. "Es ist ein großer Tag für Lauenstein", freute sich Timo Ehrhardt. Der Bürgermeister sieht das Projekt als eine Art "Impuls" für weitere Maßnahmen.
Geschaffen wurden mit der Buswendeschleife weiterhin Parkplätze sowie eine fußläufige Anbindung Lauensteins zum überörtlichen Wanderwegenetz im Loquitzgrund. Die Integration der Ortsinformationstafel und des Vereinsschaukastens lassen den Platz zum Knotenpunkt des "unteren Dorfes" werden. Geachtet wurde dabei auf "barrierefrei".
Rund 225 000 Euro wurden in dieses Areal investiert, davon 160 000 für die Platzgestaltung. Der Rest wurde für den Grunderwerb und Abrisskosten benötigt. Finanziert wurde das Projekt mit 110 000 Euro aus dem Städtebauförderprogramm, 27 000 Euro kamen von der ÖPNV. Der Eigenanteil der Stadt beträgt 88 000 Euro.
Ehrhardts Dank galt dem Altbürgermeister Gert Bayerlein, der 2007 die abrissfreien Gebäude erworben hatte, die einst am Platz der Buswendeschleife standen. Schon damals wollte man eine Bushaltestelle mit Wendemöglichkeit errichten. Mangels Fördermöglichkeiten habe man dieses Ziel jedoch nicht weiter verfolgt.


Umgewandeltes Schmuckstück

Im Jahre 2012 sei man schließlich den Beschluss in einer Bürgerversammlung nachgekommen, die Gebäude abzureißen. Die im Jahre 2013 begonnene Stadtsanierung für den Ortsteil Lauenstein bot dann, in Verbindung mit der ÖPNV-Förderung, die Möglichkeit, unter Berücksichtigung der Wünsche der Bürger, das Projekt in Angriff zu nehmen. Da das bisher erworbene Grundstück für die Anlage nicht groß genug war, wurde 2014 ein Nachbargrundstück mit einer darauf befindlichen Schreinerei erworben. Dieses umgewandelte Schmuckstück dient nun als Unterstellmöglichkeit.
Anwesend war auch die Baurätin der Regierung von Oberfranken, Isabel Strehle. Sie bezeichnete Ludwigsstadt bezüglich der Stadtentwicklung als "Vorreiter und beispielgebend für anderen Kommunen". Sie wies darauf hin, dass der Fördersatz in Ludwigsstadt von 60 auf 80 Prozent aufgestockt wurde, da diese Stadt besondere Herausforderungen zu meistern habe.
Ziel sei es, mit der Förderung Zukunft zu schaffen. Wenn junge Menschen sagen: "Lauenstein und Ludwigsstadt ist meine Heimat. Wenn ich einen Arbeitsplatz finde, dann bleibe ich hier", dann hätten sich die Ausgaben gelohnt. Ihre Glückwünsche zum gelungenen Projekt überbrachten Joachim Neumann vom Büro Neumann, der die Vorstellung der Stadt und Bürger auf das Papier gebracht hat. Für die Baufirmen sprach Wolfgang Wiegand von der Firma Baru, Hoch- und Tiefbau Rudolstadt.
Weiterhin nutzte die Stadtumbaumanagerin Ann-Sofie Beuerle die Möglichkeit, sich und ihre Arbeit, nämlich unter anderem die Konzentration auf die Beseitigung von Leerständen in Ludwigsstadt, vorzustellen.
Musikalisch umrahmt wurde die offizielle Verkehrsfreigabe vom Gesangverein Lauenstein und der Kapelle "Die Lauensteiner". vs