von unserem Redaktionsmitglied 
Simone Bastian

Coburg — "100 Prozent liebevolle Pflege": Dafür setzen sich die beiden großen kirchlichen Sozialverbände Diakonie und Caritas ein. Gemeinsam haben sie einen grünen "Pflegetruck" auf Tour durch Bayern geschickt. Am Montag, 20. Juli, und Dienstag, 21. Juli, macht der Truck am Coburger Marktplatz Station.
Anlass ist die Situation in der Pflege an sich, sagt der Coburger Caritas-Geschäftsführer Richard Reich: Die Zahl der Pflegebedürftigen wachse kontinuierlich. Ihnen stehe eine sinkende Zahl Menschen gegenüber, die bereit sind, sich beruflich in der Pflege zu engagieren.

Drei Bereiche verdeutlichen

Und: "Fast jeder erlebt das Thema Pflege in der eigenen Familie, sei es, weil ein Großelternteil alt wird, sei es durch einen Unfall oder durch eine schwere Erkrankung", merkt Matthias Emmer an, Vorstand der Diakonie Coburg.
Caritas und Diakonie wollen mit dem rund 14 Meter langen Info-Mobil besonders für die Aspekte Zeit, Geld und Mitarbeit im Bereich der Pflege sensibilisieren. Mit drei Stationen soll am Pflegetruck deutlich gemacht werden, wo die Pflege der Schuh drückt: Am Pfleg-O-Mat können die Besucher versuchen, mit beschränkten Mitteln eine würdige Pflege zu ermöglichen, an Videostelen erklären Mitarbeitende von Caritas und Diakonie, wie es ist, in der Pflege zu arbeiten und an einer überdimensionalen Sanduhr wird deutlich, wie knapp die Zeit in der Pflege ist. Das erzählen in Coburg Pflegekräfte der Caritas und der Diakonie.
Sie werden auch darüber sprechen, was sich ihrer Ansicht nach ändern muss. "Denn trotz gesetzlicher Verbesserungen fehlt es in der Pflege an dreierlei: An Zeit, an Geld und an Mitarbeitenden. Nur, wenn es hier zu Verbesserungen kommt, kann eine Pflege möglich sein, wie auch wir sie uns eines Tages für uns selbst wünschen", sagt Richard Reich.

Testläufe im "Gert"

In der "Stunde der Auszubildenden" informieren angehende Pflegekräfte von Diakonie und Caritas rund um das Thema "Ausbildung in der Pflege" (Montag, 14 Uhr; Dienstag, 11 Uhr).
Außerdem besteht ganztägig die Möglichkeit, im Alterssimulationsanzug "Gert" zu erfahren, wie sich das Alter anfühlt - man sieht und hört schlechter, Bewegungen gehen nicht mehr so schnell. "Gert" steht für Gerontologischer Testanzug.
Laut Richard Reich von der Caritas haben sich schon zahlreiche Schulklassen für Besuche am Pflegetruck angemeldet. Aber auch für alle anderen Interessierten bestehe ausreichend Möglichkeit, sich über die verschiedenen Aspekte der Pflege zu informieren.