Der Gemeinderat hat vor knapp zwei Wochen die Satzung zum Sanierungsgebiet "Ortskern Trebgast" beschlossen. Die Gemeinde sieht darin ein Instrument zur nachhaltigen Weiterentwicklung des Ortes. Der Schwerpunkt soll auf der Erhaltung, Instandsetzung und Modernisierung des vorhandenen Gebäudebestandes liegen.
Bei der Bürgerversammlung hatten Interessenten jetzt Gelegenheit, Infos aus erster Hand darüber zu erhalten, welche Fördermöglichkeiten in Anspruch genommen werden können.
In einem Lageplan sind alle Grundstücke definiert, die im Sanierungsgebiet enthalten sind. Das Gebiet ist mit etwa 60 Hektar relativ groß und umfasst den gesamten Ort von der Schule bis hoch zur Brauerei, die Kulmbacher Straße, die Berliner Straße bis kurz hinter der Tankstelle, die Lindauer Straße bis zum Badesee, die Bayreuther Straße und den Schoberthsacker.


Freizeitachse geplant

Im Rahmen des abgeschlossenen Isek-Verfahrens waren bereits Maßnahmen festgelegt worden, die von der Gemeinde auf öffentlichen Plätzen in Angriff genommen werden sollen. Darunter fallen Projekte wie die Neugestaltung des Steinhauerplatzes, eine Freizeitachse von der Ortsmitte bis zum Badesee, ein Gesamtkonzept für die Bahnhofstraße, sowie die bereits laufende Revitalisierung des Bahnhofsgebäudes.
Darüber hinaus soll aber auch den privaten Grundstückseigentümern ein Anreiz geboten werden, in die Modernisierung und Instandsetzung ihrer Bestandsgebäude zu investieren. Eingeschlossen sind dabei auch bereits vorhandene Nebengebäude. Wie Jacqueline Quaas vom gleichnamigen Stadtplanungsbüro erklärte, könnten zunächst kommunale Förderprogramme in Anspruch genommen werden, auf die allerdings kein Rechtsanspruch bestehe. Hinzu kämen Darlehen und Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW).


Steuerliche Begünstigung

In erster Linie zielt die Förderung Jacqueline Quaas zufolge auf eine steuerliche Begünstigung ab. Nach dem Einkommensteuergesetz bestehe die Möglichkeit, Investitionen zur grundhaften Modernisierung und Instandsetzung im Sanierungsgebiet innerhalb von zwölf Jahren abzuschreiben.
Für die Investoren sei dabei zu beachten, dass vor Sanierungsbeginn eine Vereinbarung zwischen dem Eigentümer und der Gemeinde geschlossen werden muss, sagte die Referentin. Nach Sanierungsabschluss müsse der Eigentümer dann Rechnungs- und Zahlungsbelege bei der Gemeinde einreichen. "Er bekommt dann eine Bescheinigung, die er im Rahmen seiner Steuererklärung beim Finanzamt vorlegen und damit die erhöhte steuerliche Abschreibung nutzen kann."
Inwieweit die Gemeinde Trebgast für private Maßnahmen darüber hinaus weitere Unterstützung durch Zuschussprogramme anbieten wird, damit wird sich nach Aussage von Bürgermeister Werner Diersch (SPD) der Gemeinderat befassen müssen.