Michael Busch

Es ist vermutlich eine der wichtigsten Fragen, die sich ein Jugendlicher, ein Schüler, im Laufe seines jungen Lebens stellt: Was will ich mal werden? Sicher gibt es die Träume von Superstar und Schauspieler, aber die meisten Jugendlichen sind dann doch sehr realistisch, wenn es um die eigene Einschätzung geht.
Das zeigt sich bei der Berufsorientierungswoche des Herzogenauracher Liebfrauenhauses. Daniel jedenfalls weiß schon mal, was in die engere Auswahl kommt: Lastkraftwagenfahrer. Er war bei einer Gruppe dabei, die in einer "Außenstelle" der Schule unterwegs war. Mehrere Unternehmen, nicht nur in Herzogenaurach, beteiligten sich in dieser Woche, indem sie ihre Betriebstüren öffneten, um den Interessierten die möglichen Ausbildungsberufe vor Ort zu zeigen. So auch das Speditionsunternehmen Wormser.


Breites Angebot

Und hier war Daniel begeistert. "Ich hätte nie gedacht, dass Lastwagenfahrer deutlich mehr ist als nur den Lkw zu fahren." So wie Daniel geht es vielen der Schüler. Denn in der Woche geht es, so betont Schulleiter Michael Richter, vor allem um "die Berufsorientierung, die Berufswahl und der persönlichen Profilerstellung sowie der Erstellung von Bewerbungsunterlagen und den Vorbereiten und Durchführen eines Vorstellungsgespräches."
Die Organisatorinnen und Lehrerinnen Barbara Lumbe und Corinna Schramme betonten, dass das Angebot, das seit 2009 besteht ein Angebot ist, das angenommen wird. "Wir konnten die Zahl der Anbieter verdoppeln", erzählt Lumbe stolz. Das wird wiederum von den Firmen honoriert. Diese "müssen einfach dazugehören" wie einer der Teilnehmer am Rande der Projekttage erzählt.
Nicht müssen, sondern teilnehmen wollen die beiden Service-Clubs Lions und Rotary, die jeweils mit Geldbeträgen diese Tage unterstützen. Heuer, so Lumbe, wurden diese Gelder für ein Computerprogramm investiert, die die Arbeit und Zuordnung der Schüler zu den Angeboten vereinfachen.
Schulleiter Richter betonte, dass außerhalb des Angebotes auch die Nachbesprechung für die Weiterentwicklung von hoher Bedeutung sei. "Wir haben so zum Beispiel erarbeitet, dass die Einbindung der Kinder in das Gesamtprojekt von hoher Bedeutung ist." Der Schüler also nicht nur als Konsument des Angebotes, sondern auch als gleichberechtigter Partner in der Planung. "Das fängt an mit dem Empfangsteam, das die Referenten empfängt und in deren Räume führt und endet noch lange nicht beim Catering-Service."
Die Fachleute seien es, die die Jugendlichen überzeugen. Die stellvertretende Schulleiterin Heike Witthus gibt schmunzelnd zu: "Wir können als Lehrer viel erzählen, aber die Kinder nehmen das dann nur so hin, bei den Experten hängen sie an deren Lippen."
In der Projektwoche ist der Unterricht komplett aufgelöst. Die Jugendlichen nehmen an den unterschiedlichen Workshops teil. In der Schule sind Experten aus Industrie, Handel, Handwerk, Dienstleistung sowie von Innungen und Gewerkschaften. Insgesamt können die Schüler aus mehr als 70 Workshops wählen. Dort werden ihnen die unterschiedlichsten Facetten des Berufslebens vorgestellt.
Besonderheiten in der Woche: Die Schüler haben selber ein Schülercafé organisiert, aber auch das kleine Buffet beim offiziellen Presseempfang. Weiterhin gestalten zwei Klassen jeweils zwei Tage im Jugendhaus rabatz. Dort gibt es die Möglichkeit, in einem Parcours die eigenen Stärken zu testen. Fazit: An dieser Stelle macht Berufsleben noch Spaß.