Eine teuflisch gute Weihnachtsgeschichte in Form eines Musicals hatten die Schüler der Johann-Puppert-Schule für den Jahresabschluss einstudiert. Das Spannende dabei war der Perspektivwechsel. Da wurde die Weihnachtsgeschichte nicht im Sinne eines rührseligen Aufgusses des Lukas-Evangeliums nacherzählt, sondern aus der Sicht von Luzi, der weiblichen Variante von Luzifer.
"Luzi hat was gegen Weihnachten" hieß das rockig angehauchte kurzweilige Schulmusical, das normalerweise von Neun- bis Zwölfjährigen aufgeführt wird. Das hinderte die Johann-Puppert-Schule allerdings nicht daran, sämtliche Jahrgangsstufen zumindest mit Chorbeiträgen einzubeziehen. Den Kern des Ensembles bildete jedoch die Schulspielgruppe, die von Sonja Schneidereit geleitet wird.


Nele Naumanns Schauspieltalent

Hauptfigur des Musicals ist jedoch Luzi. Nele Naumann offenbarte dabei als durchaus liebenswertes, weil verzweifeltes und am Ende sogar von Schüt-telfrost geplagtes Oberteufelchen ein beeindruckendes schauspielerisches Talent. Eine Leistung, die vom zahlreich erschienenen Publikum mit einem Sonderapplaus bedacht wurde. Sie befehligt mit Nachdruck die ihr untergebenen Teufelchen (Jule Härtel, Lena Rübensaal, Celina Schälicke) und lässt nichts unversucht, die Geburt des göttlichen Kindes zu verhindern zumal "der Alte da oben offensichtlich seine gefährlichste Waffe auffährt".


Teufelsdreck-Rock

Immer wieder wird der Handlungsstrang auf der Bühne durch den großen Chor und die kleineren Chöre der Klassen fortgeführt. Die Songs sind modern, rhythmisch und abwechslungsreich und reichen vom Verkündigungslied über den Teufelsdreck-Rock bis hin zum Hexenschuss-Boogie.
Und es ist wie verhext: So sehr sich Luzi auch müht, die Kraft des Guten ist stärker als alle Bosheit. Die Unterteufel verlassen sogar ihren Chef, kommen dem Kind heimlich zu Hilfe und singen am Ende mit den himmlischen Heerscharen den festlichen Friedenschoral.
Man merkte es den Kindern an, die mit viel Eifer das Musical in kürzester Zeit einstudiert hatten, wie viel Spaß es ihnen machte, das Stück auf die Bühne zu bringen. Die fetzigen Songs, die die Handlung begleiten, wurden zwar elektronisch von der CD unterstützt, was dem Ganzen einen zusätzlichen Drive verlieh, doch das Bezaubernde an der Aufführung war das viel-fältige Rollenspiel, das vom "Iah" des Esels bis zu den Heiligen Drei Königen und Maria und Josef reichte.
Im Rahmenprogramm zum viel beachteten Musical fand ein Weihnachtsbasar in der Eingangshalle der Schule statt, an dem sich neben den Schülern auch der Elternbeirat und die Freunde und Förderer der Schule beteiligten.
Noch einmal, am Montagmorgen, haben die Schüler der Nachbarschule aus Schwürbitz Gelegenheit, das unterhaltsame Musical zu sehen. kag