von unserem Mitarbeiter 
Christian Licha

Knetzgau — Eine "Explosion" erschütterte am frühen Montagabend das Industriegebiet in Knetzgau. Gegen 18.30 Uhr fuhr ein Großaufgebot an Feuerwehrautos mit Blaulicht und Martinshorn in die Industriestraße. Zum Glück war es nur ein Übungsszenario für die Knetzgauer Feuerwehren im Rahmen der alljährlich stattfindenden bayernweiten Feuerwehr-Aktionswoche, früher als Brandschutzwoche bezeichnet. Insgesamt waren 85 Feuerwehrleute und zwei Einheiten des Rettungsdienstes im Einsatz.
Durch die angenommene Explosion auf dem Gelände der Coca-Cola Erfrischungsgetränke AG kam es zu weiteren fiktiven Schadensereignissen. So fuhr ein Gabelstaplerfahrer, erschrocken durch den Knall, auf ein Fass, eine unbekannte Flüssigkeit lief aus und der Fahrer wurde eingeklemmt. Im Verlauf des Einsatzes stellte sich heraus, dass es sich um Ameisensäure handelt. Da diese Substanz gesundheitsgefährdend ist, war die Rettung des Verletzten nur mit Atemschutz möglich.
Weiterhin musste eine tote Person aus einem Schacht geborgen und eine weitere Person von einem Hochbehälter gerettet werden. Hierbei kamen die Absturzsicherungen der Feuerwehren Zell und Unterschwappach zum Einsatz.
Auf dem Betriebsgrundstück brannte auch ein Haus, das als Archiv genutzt wird. Hier verlegten die Floriansjünger aus Hainert und Wohnau zwei B-Leitungen und gingen zum Außenangriff über. Gleichzeitig begaben sich Wehrmänner aus Westheim und Oberschwappach in das Haus hinein, um vier vermisste Personen im dichten Rauch zu suchen. Auch hierbei war der schwere Atemschutz notwendig.
Die Übung begleiteten Kreisbrandinspektor Georg Pfrang und Kreisbrandmeister Johannes Betz, die mit deren Verlauf sehr zufrieden waren. Ebenso war der Ortsbeauftragte des Technischen Hilfswerks (THW) Haßfurt, Christian Günther, als technischer Berater vor Ort, der sich wertvolle Informationen für seine Organisation mitnahm.
Ralf-Peter Schenk, Einsatzleiter und Kommandant der Feuerwehr Knetzgau, hob in der Abschlussbesprechung hervor, dass das Zusammenspiel zwischen den einzelnen Wehren hervorragend geklappt habe. "Wir sind für den Ernstfall bestens gerüstet", sagte Schenk und freute sich besonders, dass so viele junge Feuerwehrler und auch einige Jugendfeuerwehren teilgenommen haben. Ebenso sei positiv zu bewerten, dass über zehn Frauen die Mannschaften verstärkten, zumal die Aktionswoche in diesem Jahr unter dem Motto "Frauen zur Feuerwehr" steht.
Nicht zuletzt bedankte sich auch Berthold Götz, stellvertretender Betriebsleiter der Coca-Cola-Abfüllfabrik, bei den ehrenamtlichen Kräften. "Solche Ernstfallübungen sind firmenintern regelmäßig vorgeschrieben", erklärte Götz. Es habe alles hervorragend geklappt, alle Szenarien seien vorbildlich abgearbeitet worden, lobte er.
Aber auch wenn alles bestens organisiert war, bleibt zu hoffen, dass die Knetzgauer Feuerwehren nie zu so einem Schadensereignis real ausrücken müssen.