Pflanzenschutzmittel und Pestizide sind in aller Munde und das nicht nur sprichwörtlich. Was ist die Ursache für den
massiven Einsatz der chemischen Mittel und deren Folge? Wie haben sich Pflanzenkrankheiten in der Vergangenheit entwickelt und was ist an neuen Pflanzenschädlingen auf dem Vormarsch?
Diese und andere Fragen sollen am Dienstag, 13. Juni, um 17 Uhr bei einer Führung mit Claus Heuvemann anhand von Beispielen im Botanischen Garten der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg erläutert werden. Anlässlich der Woche der Botanischen Gärten wird deutschlandweit über die Arbeit der Gärten informiert.


Vernichtete Ernten

Dabei kann der Blick in die Geschichte helfen, viele aktuelle Probleme zu erklären. So hat die Krautfäule an den Kartoffeln rund eine Million Iren das Leben gekostet und zwei Millionen in die Emigration getrieben, heißt es in einer Pressemitteilung des Botanischen Gartens. Kaum bekannt ist auch, dass bis ins Mittelalter nördlich der Alpen Heuschreckenschwärme biblischen Ausmaßes die Ernten vernichtet haben.
Andererseits können Pflanzenviren in der Medizin aber auch für Fortschritte sorgen. So ist der erste Virus überhaupt an Tabak entdeckt und beschrieben worden. Eine Pflanzenkrankheit ist dadurch Grundlage für die moderne Forschung an Viren geworden.
Ganz aktuell stehen beispielsweise die Bäume im besonderen Fokus. Eschentriebsterben, Ulmensterben, Eichenprozessionsspinner und zahlreiche Pilzerkrankungen machen den Bäumen und teilweise auch den Menschen in unseren Städten stark zu schaffen. Hier sind ganz praktische und schnelle Lösungen gefragt.
Viele dieser Krankheiten haben den Lauf der Weltgeschichte maßgeblich mitgeschrieben und beeinflusst. Botanische Gärten können unter anderem dazu beitragen, biologische Vielfalt zu schützen und die Forschung an diesen für uns Menschen überlebenswichtigen Fragen voranzutreiben.
Der Eintritt ist frei. Treffpunkt für die Führung ist der Eingang zu den Gewächshäusern. red