Es geht darum, den Anwohnern in Horhausen (Gemeinde Theres) das Leben an der Autobahn etwas zu erleichtern: Mit einem speziellen Asphalt soll der Lärmpegel der vorbeifahrenden Autos auf der A 70 gesenkt werden.
Die Arbeiten an der Fahrbahn in Fahrtrichtung Eltmann/Tunnel Schwarzer Berg hatten Ende Juli begonnen und dauerten länger als gedacht. Die Freigabe der Straße erfolgt erst am heutigen Donnerstag (ursprünglich war der 18. August vorgesehen). Wie Harald Krones von der Autobahndirektion Nordbayern erklärt, habe man in einigen Bereichen größere Schäden an dem Bauwerk entdeckt als angenommen und musste die Arbeiten entsprechend ausweiten.
Ab dem morgigen Freitag wird nun die Autobahn in Fahrtrichtung Schweinfurt wegen der Baumaßnahme gesperrt. Am 23. September sollen die Arbeiten planmäßig beendet sein.
Bis dahin erfolgt eine Sperrung der Aus- und Einfahrt der Anschlussstelle Haßfurt in Richtung Schweinfurt. Der Verkehr, der bei Haßfurt von der A70 abfahren möchte, wird bereits bei Knetzgau abgeleitet und über die Bedarfsumleitung U 86 geführt, erklärt die Autobahndirektion in einer Mitteilung. Der auf die A 70 auffahrende Verkehr wird über die Bedarfsumleitung U 88 auf der B 26 zur Anschlussstelle Schonungen geführt.


Im Eigentest hat's funktioniert

Das Besondere an den Sanierungsarbeiten ist der neue Asphalt: Der Spezialbelag soll zu einer Lärmentlastung führen. Die Bürger von Horhausen dürften aufatmen, sofern die Rechnung der Autobahndirektion aufgeht. Der Belag kommt bei Horhausen erstmals zum Einsatz, es gibt quasi keine Praxistests. Wobei, die gibt es schon: Harald Krones erklärte, er sei die sanierte Fahrbahn probehalber gefahren und habe "subjektiv" (Messungen gibt es keine) eine deutliche Lärmreduzuierung bemerkt.
Bei dem Bauverfahren wird zunächst eine etwa zehn Zentimeter dicke Binderschicht angelegt, auf die wenige Zentimeter dicker Asphalt aufgetragen wird, was eine Lärmminderung von etwa vier Dezibel bewirken soll, bezogen auf den aktuellen Referenzwert. Dieser ist abhängig von der Geschwindigkeit der Fahrzeuge und beträgt laut Umweltbundesamt bei 120 Stundenkilometer 85,2 Dezibel; eine Pegeländerung um zehn Dezibel entspricht nach Angaben des Bundesumweltministeriums etwa einer Verdopplung oder Halbierung der subjektiv empfundenen Lautstärke. al