"Du bist kein Schwarzer und wirst auch kein Schwarzer", habe der jetzige Altbürgermeister Eugen Braun hat früher immer gesagt, erinnerte sich Heinz-Hermann Welbers bei der Jahreshauptversammlung der CSU. Ein Satz, den der Altenkunstadter Lügen strafte: Aus dem einstigen Mitglied der Freien Wähler wurde ein eingefleischter Christsozialer.
Vorsitzender Hans-Werner Schuster überreichte dem Urgestein der Altenkunstadter CSU für seine Verdienste um den Ortsverband und die Gemeinderatsfraktion die "Bayerische Raute in Bronze" und eine Urkunde. Seit 38 Jahren hält Welbers der Partei die Treue, bis zur Kommunalwahl 2014 gehörte er dem Gemeinderat Altenkunstadt an. 27 Jahre wirkte er als Fraktionsvorsitzender.
Schuster beschrieb ihn in seiner Laudatio, so wie ihn viele Altenkunstadter in Erinnerung haben: als Mann der klaren Worte, der seine Meinung mit Nachdruck vertritt und dabei immer Fairness walten lässt. "Er, der die beiden Bürgermeister Eugen Braun und Georg Vonbrunn begleiten durfte, hat für sie und die CSU gern den Buckel hingehalten. Er ist ein Vorbild, mit eisernem Willen und Gerechtigkeitssinn, der auch einmal Missstände angeprangert hat." Dafür bezog Welbers auch so manch verbale Prügel. Geschadet habe es ihm nicht und verbiegen lassen habe er sich auch nicht. "Mein Buckel", greift der Geehrte im Gespräch den Gedanken des Vorsitzenden auf, "ist zwar nicht so breit, aber aushalten tut er es immer."
Seine politische Laufbahn hatte der einstige Bauunternehmer und Architekt bei den Freien Wählern begonnen, bei denen sich sein Vater Ernst als Gemeinderat und Zweiter Bürgermeister engagiert hatte: "Wenn man damals ein Geschäft hatte, konnte man sich eine Parteimitgliedschaft eigentlich nicht leisten - da blieben nur die Freien." Seinem Freund Peter Sünkel habe er es zu verdanken, dass er seine Meinung revidiert habe.
Bei der Jahreshauptversammlung wurde Welbers Zeuge, dass die Wunden, die die Kommunalwahl 2014 schlug, noch immer nicht verheilt sind. Am Schluss der Veranstaltung machte CSU-Mitglied Walter Limmer, der für die JWU im Gemeinderat sitzt, doch noch ein Fass auf. CSU-Fraktionsvorsitzende Melita Braun hatte gerade die gute Zusammenarbeit im Gemeinderat über alle Fraktionsgrenzen hinweg gelobt, als erneut eine Generalabrechnung der gegenseitigen Verletzungen der letzten Jahre vom Zaun gebrochen wurde. "Wenn wir uns ständig zerfleischen, sitzen wir in zehn Jahre nur noch zu dritt da", sagte Gabriele Göring, die über das Wirken der Frauen-Union berichtet hatte, den Schlusspunkt unter eine hitzige Diskussion.
Landtagsabgeordneter Jürgen Baumgärtner hatte zuvor nichtsahnend mit Blick auf innerparteiliche Kritik an Bundeskanzlerin Angela Merkel zur Geschlossenheit aufgerufen: "Im Kleinen wie im Großen ist uns nicht damit gedient, Führungskräfte in die Pfanne zu hauen."
Dass der Ortsverband nicht gerade mit Mitgliedern gesegnet ist, hatten auch CSU-Vorsitzender Hans-Werner Schuster und Max Böhling, der Thorsten Schmidtke als Nachfolger bei der Jungen Union (JU) beerben will, deutlich gemacht. Ersterer teilte mit, dass die Zahl der Mitglieder von 82 auf 80 Personengesunken sei. Böhling und Schmidtke wiesen darauf hin, dass es der JU an Mitgliedern mangele. "Vor ein paar Jahren waren es noch 40, jetzt sind es nur noch 20", erklärte Schmidtke.
Böhling brachte die Idee ins Spiel, gemeinsame Veranstaltungen zur Mitgliedergewinnung mit den JU-Ortsverbänden Burgkunstadt und Weismain durchzuführen. Zugleich schloss Schmidtke eine Fusion der drei Ortsverbände nicht aus.


Delegierten-Wahl

Der Ortsverband schickt als Delegierte in die Kreisvertreterversammlung zur Bundestagswahl Melita Braun, Gabriele Göring, Robert Hümmer, Walburga Kraus, Thorsten Schmidtke, Hans-Werner Schuster, Georg Vonbrunn und außerdemMarco Weidner.
Ersatzleute für die Delegiertenversammlung sind Eugen Braun, Gunter Czepera, Max Böhling, Thomas Geldner, Edwin Jungkunz, Käthe Schuster, Johanna Schwarzmann und Heinz Welbers. stö