Heute glitzert die Weihnachtszeit. Sie ist voller Schmuck, Adventskalender, leckeren Braten und oft auch ein Stückchen Luxus. Das war aber nicht immer so.
Früher, da war alles ganz anders. Dieses "Früher", das liegt 70, vielleicht 80 Jahre zurück. Beim Weihnachtstreffen der Seniorengruppe Weilersbach, die allmonatlich von Brigitte Lang organisiert wird, erzählten die Seniorinnen jetzt, wie sie als Kinder ihre Adventszeit und den Heiligabend erlebt haben.
Das waren Frauen waren zwischen 70 und 90 Jahre alt. An die 30 von ihnen waren zum Seniorentreff ins Gasthaus "Schnörla" (Nagengast) gekommen und verbrachten gemeinsam in einer gemütlichen Atmosphäre einige besinnliche Stunden. Die Schüler der vierten Klasse der Grundschule Weilersbach sangen weihnachtliche Lieder, Leni Hornegger las eine Weihnachtsgeschichte vor und Helga Schütz bereicherte die Runde mit nachdenklichen Texten zur Weihnachtszeit. Dazu verteilte Brigitte Lang Geschenke an die Senorinnen, die diesen Nachmittag sichtlich genossen .


Bescheidene Geschenke

Als sie selbst jung waren, sah die Weihnachtszeit völlig anders aus. Es war die Zeit in den 1930er Jahren, der Krieg stand damals schon drohend vor der Tür. Dennoch freuten sich die Kinder über die kleinen und bescheidenen Geschenke zu Weihnachten. Puppen waren seinerzeit oft unter den Geschenken. Meistens waren sie aus Stoff und hatten ein aufgemaltes Gesicht.
Rita Häfner, die heute 84 Jahre alt ist, bekam ihre erste Puppe im Alter von sechs Jahren. "Damals glaubte man ja ganz fest an das Christkind", sagt sie. Es sei alles rund um das Weihnachtsfest so geheimnisvoll gewesen. "Für außergewöhnliche und auch luxuriöse Geschenke gab es in meiner Familie kein Geld. Bananen oder Orangen kannten wir überhaupt nicht", sagt Rita Häfner.
An den Heiligen Abend und ihre Weihnachtsgeschenke erinnert sich auch die heute 89-jährige Erna Dürrbeck noch genau.


Eine "arme Zeit"

Ihre Kindheit verbrachte Erna Dürrbeck im Sudetenland, wo sie 1927 auch geboren wurde. "Was habe ich mich gefreut, als ich einen bunt gemusterten Federhalter bekam und ein Jahr später eine Mütze", sagt Erna Dürrbeck. Es sei einfach eine eine "arme Zeit" gewesen.
Diese sogenannte arme Zeit erlebten als Kinder auch Marga Leisner (80), Marianne Braun (80) und Edeltraud Pickel (81). "Es hat ja nichts gegeben", sagen sie. Die 89-jährige "Hackn Rettl" (Margarete Hack), die am Tisch nebenan sitzt und aus Eschlipp stammt, nickt zustimmend. "Ich habe gar nichts bekommen, höchstens eine Schürze - meine Leute haben nichts gehabt." Einmal habe ihre Mutter eine Puppe gekauft für zwei Kinder. Um die Puppe kaufen zu können, habe die Mutter zuvor Eier und Butter verkauft.
Was die Seniorinnen jedoch gemeinsam hatten: Sie schaute n zufrieden auf diese einfache Zeit zurück. "Wir waren unbeschwert und glücklich", sagen sie die Weilersbacher Seniorinnen.