von unserem Mitarbeiter Manuel Beck

Frohnlach — "Wir werden uns mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln wehren", kündigt VfL-Cheftrainer Stefan Braungardt an, dem haushohen Favoriten aus Weiden die selbst überaus dringend benötigten Punkte im sonntäglichen Hinrundenfinale ganz sicher nicht kampflos zu überlassen.
Es ist ein schwieriges Unterfangen für die nach vier aufeinanderfolgenden Niederlagen antretenden Hausherren im Duell mit den aktuell nur so vor Selbstvertrauen strotzenden Kickern vom Wasserwerk. Unter der Leitung des ehemaligen FCN-Profi Tomas Galasek eilten die "Schwarz-Blau-Weißen" doch zuletzt von Sieg zu Sieg. In Folge eines 2:0-Heimerfolges über den FC Sand behielt man anschließend auch in den Vergleichen mit dem SC Feucht und dem VfB Eichstätt sowie mit dem SV Erlenbach und dem SC Eltersdorf die Oberhand. Ein Zwischenspurt, der den gemessen an den eigenen Ansprüchen eher durchwachsen verlaufenen Saisonstart mittlerweile durchaus wett machte.
Einst mit dem 1. FC Nürnberg 2007 DFB-Pokalsieger sowie zuvor mit Ajax Amsterdam niederländischer Meister und Cupgewinner hat der 79fache tschechische Nationalspieler die Oberpfälzer auf diese Weise inzwischen tabellarisch dort, wo sie von den meisten Konkurrenten eigentlich schon von Anfang an mindestens erwartet worden waren. Der 42-Jährige, der in seiner aktiven Laufbahn nicht nur die Mannen vom Valznerweiher, sondern auch die Auswahl seines Heimatlandes mit der Binde am Arm aufs Feld führte und die Borussia aus Mönchengladbach 2009 vor dem Bundesliga-Abstieg bewahrte, weiß dabei mit Josef Rodler aktuell einen enorm treffsicheren Akteur in seinen Reihen.
Insgesamt neunmal war der im zurückliegenden Sommer von der SpVgg Bayreuth ins Sparda Bank-Stadion gewechselte Angreifer so in dieser Runde schon zur Stelle.
Insbesondere in den vergangenen beiden Spielzeiten aber musste die Wischi-Elf in den Duellen mit den Ostbayern reichlich Prügel einstecken. Während man sich 2013 auswärts mit 0:3 geschlagen geben musste, erkämpften sich die "Blau-Weißen" im Jahr darauf vor heimischer Kulisse ein torloses Remis, ehe Kapitän Sinan Bulat & Co. nicht nur auf eigenem Geläuf mit 0:4, sondern auch in der Fremde deutlich mit 0:7 unter die Räder kamen.
Im Hinblick auf diese bevorstehende, knifflige Aufgabe dürfte es Braungardt also überaus gelegen kommen, dass ihm gegenüber dem in letzter Sekunde verlorenen Oberfrankenderby beim FC Eintracht Bamberg mit Goalgetter Tevin McCullough sowie Christopher Autsch und Andreas Baier wieder mehr personelle Alternativen zur Verfügung stehen.
"In der ersten Halbzeit ist unser Konzept vergangene Woche taktisch aufgegangen, unser Plan hat gut geklappt und wir gingen 1:0 in Führung.", blickt der 47-jährige Coach nicht gänzlich unzufrieden auf das mit unglücklichen Gegentoren garnierte Gastspiel in der Domstadt zurück. Doch seinen Schützlingen ist es wieder einmal nicht gelungen, die sich nach eigener Führung zwangsläufig bietenden Freiräume zu nutzen. "Zum Ende des ersten Abschnitts waren die Violetten verunsichert. In der Pause habe ich meine Mannschaft ermahnt, weiterhin die Ordnung zu halten und fehlerfrei zu spielen.
Dennoch sind uns leider Fehler unterlaufen, die in der Bayernliga natürlich bestraft werden. Man kann sagen, wir hatten kein Glück und dann kam auch noch Pech dazu".
Die Abwehrrecken Marcel Burkard und Jonas Krüger müssen nach wie vor passen. Sebastian Wagner droht mit einer im Training ohne Fremdeinwirkung zugezogenen Innenbandverletzung längerfristig auszufallen. Auch Christos Makrigiannis kann mit einem Zehenbruch nur unter Schmerzen spielen. Dennoch gilt es nun für die Frohnlacher erneut, alles in die Waagschale zu werfen, um den ambitionierten und momentan in hervorragender Form agierenden Weidenern vielleicht eben trotz allem doch ein Bein stellen zu können.