von unserer Mitarbeiterin Johanna Blum

Adelsdorf — Zur Jahreshauptversammlung mit außerplanmäßigen Neuwahlen begrüßte Jutta Köhler, erste Vorsitzende des SPD Ortsvereins und zweite Bürgermeisterin, ihre Genossen im Sportheim des SC Adelsdorf. Ergebnis der Wahl: Köhler und ihr Vize Martin Schwenk tauschten die Plätze, neue Schatzmeisterin wurde Ruth David. Deren Amt als Beisitzer nahm Norbert Lamm ein.
Die Wahlen waren nötig geworden, weil Jutta Köhler ihren Vorsitz abgeben wollte und Kassier Johannes Käßer ebenfalls sein Amt niederlegte. "Ich habe in den Jahren zuvor bereits mehrfach den Vorschlag gemacht, den Ortsvorsitz neu zu besetzen, da es in Kombination mit dem Amt des 2. Bürgermeisters schon ein sehr zeit- und arbeitsintensives Ehrenamt ist", so Jutta Köhler zu Beginn der Versammlung gegenüber dem FT. "Immerhin handelt es sich um den zweitgrößten SPD-Ortsverein im Landkreis", fuhr sie fort.
Wie ein roter Faden durchzog den Abend das für die SPD wenig erfreuliche Wahlergebnis bei den letzten Gemeinderatswahlen, und ab und zu war die Luft bei den Diskussionen spannungsgeladen. "Man sollte mehr miteinander reden statt übereinander!", war ein Vorschlag aus der Versammlung. "Unsere Kandidaten hätten sich öfter in der Öffentlichkeit präsentieren müssen!", war ein weitere Überlegung über das schlechte Abschneiden. Nicht nur die SPD erkennt, dass immer weniger Menschen für ein Ehrenamt bereit sind.
Norbert Lamm erklärte der Versammlung seine Beweggründe, warum er gerade jetzt in die SPD eingetreten ist: "Ich will mitmachen, mitgestalten. Es sind neue Ideen nötig, um die Bevölkerung abzuholen und mitzunehmen. Wir müssen einfach in der Öffentlichkeit viel mehr als SPD wahrgenommen werden!"
Jutta Köhler blickte auf ein arbeitsreiches Jahr zurück. 69 Mitglieder umfasst der Ortsverein. Ein Zitat von Willy Brand stellte sie an den Anfang: "Der beste Weg, die Zukunft vorauszusagen ist, sie zu gestalten". Gestaltungsmöglichkeiten habe man in den letzten acht Monaten in Bayern genügend gehabt. "Vier zurückliegende Wahlkämpfe, die auch von vielen Mitgliedern unseres Ortsverbandes Arbeit und Engagement verlangten - aber nur teilweise den gewünschten Erfolg brachten", so die scheidende Vorsitzende mit etwas Wehmut. Obwohl von den amtierenden Gemeinderäten nur noch zwei antraten, war die SPD mit den vielen jungen Kandidaten zuversichtlich und motiviert. "Allerdings wurden wir am Wahlabend bitter enttäuscht. Wir verloren am 16. März 50 Prozent unserer Gemeinderatssitze", resümierte sie nachdenklich. Das Ausscheiden der vier Gemeinderäte, die vor sechs Jahren zusammen 4900 Stimmen gebracht hatten, konnte die SPD nicht ausgleichen.
"Es bringt aber nichts, zu jammern und zu klagen. Wir müssen uns auch zu dritt behaupten und nach vorne schauen, dass wir es 2020 schaffen, wieder mit einer stärkeren Fraktion im Gemeinderat vertreten zu sein!", ermunterte sie ihre Genossen. Nach dem Bericht aus der Arbeit des Gemeinderates vom ehemaligen Rat Klaus Keil, erzählte Gemeinderat und ehemaliger Kreisrat Jörg Bubel aus dem Kreistag und von der Arbeit der Seniorengruppe, die auch in diesem Jahr einen längeren Ausflug ins Zittauer Gebirge unternimmt. Ihm schloss sich Lydia Friede an, die von den Aktivitäten der Frauen berichtete.
Finanziell stehe die SPD gut da. Das erfuhren die Genossen vom Kassier Johannes Käßer und der Bitte der Revisorin Franziska Häfner um Entlastung des Schatzmeisters sowie der gesamten Vorstandschaft kamen alle Mitglieder nach.