Burgkunstadt — In der Friedrich-Baur-Mittelschule werden nicht nur englische Vokabeln einstudiert und Matheaufgaben gelöst, sondern auch gerappt, was das Zeug hält. Der Jugendtreff der Kulmbacher Geschwister-Gummi-Stiftung im ehemaligen Physiksaal der Bildungseinrichtung, der seit fünf Jahren besteht, macht es möglich. "Bedeutet die Schließung der Schule auch das Aus für das Jugendzentrum?" Diese Frage beschäftigt Claudia Allmich, die sich ebenfalls in den Protestzug für den Erhalt der Friedrich-Baur-Mittelschule eingereiht hatte. Die Burgkunstadterin war der maßgebliche Motor, als es darum ging, einen Hort für die Jugend einzurichten.
Schriftlich hatte sie bei Bürgermeisterin Christine Frieß nachgefragt, wie es um den Jugendtreff bestellt sei. In ihrem Antwortschreiben signalisierte diese Interesse an einer Weiterführung - eventuell auch in einem anderen Gebäude. Wörtlich heißt es: "In diesem Zusammenhang laufen bereits Planungen, eine solche Einrichtung in einem größeren geplanten Projekt mit zu verwirklichen." Konkret genannt werden ein Mehrgenerationen-Wohnen oder ein betreutes Wohnen.
Ein anderer Absatz, der nicht mehr ganz so positiv klingt, stößt Allmich hingegen sauer auf. Darin wird auf ein Treffen mit Elsbeth Oberhammer, Bereichsleiterin bei der Geschwister-Gummi-Stiftung, und Jennifer Baumüller, Leiterin des Jugendtreffs, hingewiesen, ehe es dann wörtlich heißt: "In diesem Gespräch kam allerdings auch zum Ausdruck, dass die Besucherzahlen in dieser Einrichtung in den vergangenen Monaten stark gesunken sind." Noch vor einem halben Jahr habe es geheißen, die Einrichtung laufe gut, wunderte sich Allmich. Ihre Befürchtung: "Man möchte diese Einrichtung ebenfalls schließen."
"Das wäre eine Verschlechterung für Burgkunstadt. Ich wusste meine beiden Söhne im Jugendtreff immer gut aufgehoben", kommentierte Elternbeiratsvorsitzende Melanie See die neueste Entwicklung. Den Vorschlag, den Jugendtreff in ein Mehrgenerationenhaus mit einzubinden, sehen die beiden skeptisch. "Hat die Stadt angesichts ihrer angespannten Haushaltslage überhaupt so viel Geld?", fragten sie sich. Sorgen macht sich See auch um den Fortbestand der offenen Ganztagesschule der Geschwister-Gummi-Stiftung. Auch bei der Übergabe der Unterschriften hatte man das Thema Jugendtreff angesprochen. Die Bürgermeisterin zeigte sich allerdings recht zugeknöpft: "Wir werden sehen, welche weiteren Möglichkeiten es geben wird." stö