Alexander Hartmann

Stadtsteinach — Eine Liste mit über 700 Unterschriften haben die Gegner der Stadtsteinacher Umgehung (wie berichtet) Bürgermeister Roland Wolfrum (SPD) übergeben. Wolfrum hat sich die Unterschriften angeschaut und "auf den ersten Blick" festgestellt, dass die Hälfte derer, die unterzeichnet haben, keine Stadtsteinacher sind. Er hält die Aktion für nicht allzu aussagekräftig, zumal sich auch Stadtsteinacher Bürger mehrfach in die Listen eingetragen hätten. "Ich habe mir das Wählerverzeichnis geben lassen und werde bei der Bürgerversammlung am Donnerstag darüber informieren, wie viele Stadtsteinacher unterschrieben haben", so Wolfrum.


Ein Stimmungsbild?

Dass die Umgehungsgegner nie behauptet haben, dass sich nur Stadtsteinacher eingetragen haben, weiß das Stadtoberhaupt, und diese Feststellung trifft auch Jürgen Machulla von Pro Stadtsteinach. "Auch diejenigen, die bei uns arbeiten oder Urlaub machen, konnten sich eintragen." Machulla spricht von einem Stimmungsbild, das deutlich mache, dass viele gegen die Umfahrung sind. "Dann könnten die Umgehungsbefürworter auch alle auswärtigen Lkw-Fahrer fragen, die durch Stadtsteinach fahren, ob sie eine Umgehung wollen. Da würden sie Tausende Stimmen erhalten", erklärt dazu Roland Wolfrum.
Dass die Gegner einer Umfahrung die für ein Bürgerbegehren benötigten rund 260 Stimmen problemlos erhalten würden, stellt Jürgen Machulla fest. Eine solche Initiative behalte man sich vor. Diese ergebe aber erst Sinn, "wenn es Fakten gibt, wenn das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist", so Machulla.
Keinen Zweifel daran, dass auch die Umgehungsbefürworter die für ein Bürgerbegehren erforderlichen Stimmen problemlos erreichen würden, hat Roland Wolfrum. Dass der Stadtrat selbst, wie vom Bund Naturschutz gefordert, den Bürgerwillen abfragt, hält er für nicht zielführend: "Denn das Ergebnis einer Umfrage wäre rechtlich nicht bindend."