Lichtenfels — "Der Garten ist mit der Wohnung mitvermietet, wenn das ausdrücklich so im Vertrag steht. Es reicht aus, wenn vereinbart ist, dass der Garten zur Nutzung überlassen wird", informierte der Lichtenfelser Mieterverein kürzlich bei seinem jüngsten Beratungsabend in der Gaststätte "Wallachei" in Lichtenfels. Da viele Menschen derzeit Urlaub und Ferien im Garten verbringen, gab der Mieterverein nützliche Ratschläge rund um den Garten.
Bei Einfamilienhäusern, so der Vorsitzende Siegfried Weber, gelte der Garten als mitvermietet, solange nichts anderes vereinbart ist.
Der Mieter könne einen Brunnen im mitvermieteten Garen nutzen. Habe der Vermieter dem Mieter gestattet, einen Teil des Gartens mit zu gebrauchen, könne er diese Erlaubnis widerrufen, wenn er beispielsweise die freiwerdende Fläche allen Mietern des Hauses zur Verfügung stellen wolle.

Auch Arbeit kann anfallen

Sei im Mietvertrag unter Bezugnahme auf die Betriebskostenverordnung geregelt, dass der Mieter die Gartenpflege übernimmt, müsse er unter Umständen auch Bäume und Sträucher beschneiden, Rasenflächen neu anlegen oder auch kranke Bäume fällen.
Ohne spezielle Absprachen ist der Mieter laut Mieterbund bei der Gartenpflege nur für einfache Arbeiten, wie Rasenmähen oder Umgraben von Beeten, zuständig. Der Mieter könne beliebig Blumen säen, Sträucher oder sogar kleine Bäume anpflanzen. Der Mieter könne auch in seinem Garten ein Gemüsebeet, einen Komposthaufen oder einen kleinen Teich anlegen. Habe der Mieter den Garten mitgemietet, könne er darin nach der Rechtsprechung ein kleines Schwimmbad aufstellen.
Wenn im Garten Bäume so hoch gewachsen sind, sodass es zu einer Verschattung der Terrasse komme, habe ein Mieter nicht das Recht, die Miete zu mindern, wenn die Bäume schon beim Abschluss des Vertrages da waren.
Der Mieter dürfe, ergänzte der Mieterverein, den Balkon mit Blumen dekorieren, auch mit einer Blumenampel. Ebenso könne ein Rankgitter auf dem Balkon angebracht werden. Blumenkästen dürfen an der Außenseite des Balkons angebracht werden. Sie müssen ordnungsgemäß befestigt sein, damit bei starkem Wind Passanten und Nachbarn nicht gefährdet werden.
Der Vermieter könne das Aufhängen an der Außenseite des Balkons verbieten, wenn es vernünftige und gewichtige Gründe wie Parkplätze unterhalb des Balkons gebe. PZ