D ie Bürger haben entschieden. Der Landkreis wird jetzt in Sachen StUB zumindest ein Jahr lang nichts weiter unternehmen. Damit steigt der Kreis nicht in den Bau eines schienengebundenen Verkehrssystems ein - und das ist gut so.
Weniger fein ist die Art, wie der größte StUB-Befürworter, der Herzogenauracher Bürgermeister German Hacker (SPD), gestern Abend gegen 20 Uhr auf die Abstimmungsniederlage reagierte. Dann machen wir es eben alleine, ließ er in einer Presseerklärung verlauten. Warum nicht gleich so? Hatten die Herzogenauracher Strategen wirklich bis zum Schluss gehofft, der Landkreis würde ihnen eine Bahn nach Erlangen finanzieren? Selbst eine große StUB-Koalition aus Hackers SPD, der CSU mit ihren Ministern Herrmann und Söder und den Grünen hatte in der Bevölkerung keine Mehrheit gefunden.
Allein schon die Erstellung der Planungsunterlagen für den Zuschussantrag soll 25 Millionen Euro Steuergelder verschlingen. Für die gesamte Planungsphase wären dann 46 Millionen fällig. Millionen, die die ohnehin schon klammen Städte Nürnberg und Erlangen und jetzt wohl das finanziell wesentlich besser gestellte Herzogenaurach aufbringen müssen, ohne dafür Zuschüsse zu bekommen. Überhaupt Zuschüsse: Die Verfechter der StUB argumentierten immer wieder mit 90 Prozent Förderung durch Bund und Freistaat. Abgesehen davon, dass hinter diesen Sätzen noch große Fragezeichen stehen, sollte uns allen klar sein, dass jeder Euro des heute auf 365 Millionen veranschlagten Projektes aus Steuergeldern stammen würde.
Den Anhängern der Stadt-Umland-Bahn sollte auch ein Aspekt bewusst werden, auf den in der bisherigen Diskussion kaum eingegangen wurde: Einsprüche und Klagen gegen die Trassenführung. Bevor die Pläne umgesetzt werden können, gehen viele Jahre ins Land. Heute ruft jedes größere öffentliche Bauvorhaben sofort Gegner auf den Plan und die schließen sich schnell zu Bürgerinitiativen zusammen. Man kann sich leicht vorstellen, wie Naturschützer auf den Bau einer neuen Bahntrasse durch Wälder und Wiesen südlich von Erlangen und durchs Regnitztal reagieren. Oder die Anlieger an Wohn- und verkehrsberuhigten Straßen in Erlangen und Herzogenaurach, wenn sie Schienen vor die Haustür gelegt bekommen.
Die Mehrheit der Landkreisbürger hat Nein gesagt, daraufhin zieht German Hacker einen Trumpf aus den Ärmel. Ob er sich damit viele Freunde macht?