Marktschorgast — Zu einer Wanderung auf dem top hergerichteten "Lehr- und Naturpfad Schiefe Ebene" hatte die Marktgemeinde Marktschorgast die Kinder eingeladen. Dabei konnten die Buben und Mädchen die wohl älteste Eisenbahnsteilstrecke Europas erkunden.
Ehe sich alle auf den Weg machten, informierte Rudolf Kurz in der Originaluniform eines Flügeladjutanten über den Bau der Schiefen Ebene in den Jahren von 1844 bis 1848 im Zuge der Ludwig-Süd-Nord-Bahn. Weitere Informationen lieferten die in gelb leuchtenden Stations- und Objektschilder. Etwas länger hielten sich die Teilnehmer bei der Fallkörpersperre auf (siehe Bild). Auf dem Objektschild ist zu lesen: "Gegen den Vormarsch aus dem Osten: Ohne Wissen der Bevölkerung wurden in Westdeutschland bis 1990 fast 6000 Sperren angelegt, um eventuell vorrückende Panzer des Warschauer Pakts zu bremsen. Zuständig waren die Wallmeister, eine Pioniertruppe der Bundeswehr. Zur Tarnung waren sie fast immer in zivil unterwegs, um die NATO durch Anlage, Bau und Unterhaltung von vorbereiteten Sperren in Verkehrswegen".
So entstand 1983 auch an der Schiefen Ebene eine markante Sperre. Im Ernstfall wären durch Sprengung massige Fallkörper auf die Gleise gestürzt. Es zu beseitigen, hätte stundenlang gedauert. Heute steht die Fallkörpersperre unter Denkmalschutz als Mahnmal für die Zeit des Kalten Kriegs.
Die Kinder waren beeindruckt. So sagte die junge Teilnehmerin Melissa: "Ich bin begeistert vom Bauwerk der Schiefen Ebene. Sie ist schön anzuschauen. Die Arbeiter mussten damals bestimmt schwer schuften. Ich hätte das nicht machen mögen." Unterwegs gab`s für die Kids eine Brotzeit und ein Quiz mit zehn Fragen war zu lösen. Zurück ging es mit dem Zug. Bruno Preißinger