Wallenfels — Die Wanderhütte "Herrgottswinkel" auf 417 m ü. NN auf den Höhen über Wallenfels gelegen, ist seit ihrer Einweihung am 13. Mai 1962 durch Geistlichen Rat Heinrich Wetz ein Begriff weit über die Grenzen der Stadt hinaus. In einem Gedicht von J. B. Eichhorn heißt es: "So schuf die wack're Frankenlust das schmucke Heim ...". Und in einer anderen Strophe: "Ein bleibend Denkmal sie sich schufen! Als Sprecher fühl ich mich berufen: ‚Herrgott im Winkel!' Lohn ihnen ihren Heimatbau! Dereinstens lächelnd auf sie schau!"
Die Rede ist vom Heimatverein Frankenlust e.V., der damals die Hütte vorrangig zum Schutz der Kindergartenkinder auf ihren Spaziergängen errichtete. Schon bald lud die Lage Wanderer zur Einkehr ein. Das Kreuzbild, das der Hütte ihren Namen gab, steht heute noch auf dem Weg zur Wanderhütte und auch heute noch ziehen die Männer ihre Hüte und die Frauen senken ihre Köpfe. Seit damals ist viel passiert, bei schönem Wetter ist Biergartenbetrieb, die Kinder spielen auf dem Spielplatz, heute wie vor 50 Jahren, immer wieder gerne.
Doch nach 50 Jahren ist auch die Wanderhütte "Herrgottswinkel" in die Jahre gekommen und so hat die Vereinsführung des Heimatvereins Frankenlust beschlossen, Umbauten durchzuführen. Die veralteten WC-Anlagen mussten komplett erneuert werden und der "Pilz", jahrzehntelang das "Wahrzeichen" der Wanderhütte, musste einer neuen Überdachung weichen, da er nicht mehr standhaft und sicher war.
Für diese Neu- und Umbauten entstanden natürlich erhebliche Kosten, die vom Verein nicht geschultert werden konnten. Eine große Spendenaktion, bei der nicht nur die Oberfrankenstiftung in Bayreuth, sondern auch die Sparkassenstiftung Kulmbach-Kronach sowie die Raiffeisenbank Kronach-Ludwigsstadt sofort ihre Hilfe zusagte, wurde ins Leben gerufen. Heimische Firmen, die Flaschnerei Elmar Schlee, die Schreinerei Buckreus und die Firma Holzbau Deuerling brachten sich ebenfalls ein. Die Planung und die Umbauarbeiten leiteten einige Vereinsmitglieder in eigener Regie und kostenlos. Der Dank hierfür galt besonders Andreas Müller, Helmut Köstner, Bernhard Gleich, Josef Schlee, Jörg Schlee, Dieter Wunner, Justin Köstner und Elmar Schlee. Auch die Mitarbeiter des städtischen Bauhofes hatten für die Belange am Herrgottswinkel immer ein offenes Ohr. Die Hüttenwirtin Hilde Gleich sorgte bei den Arbeiten stets für eine schmackhafte Brotzeit.

Viele spendeten anonym

Zahlreiche Spender, die anonym bleiben wollten, und Helfer, die still im Hintergrund arbeiteten, ermöglichten es, dass neue WC-Anlagen, eine tolle neue Holzüberdachung der äußeren Sitzgruppe und ein neuer Fahnenmast angeschafft und eingebaut werden konnten. Die Spenden beliefen sich insgesamt auf ca. 20 000 Euro und deckten somit etwa 70 Prozent der Umbaukosten.
Auch Erster Bürgermeister Jens Korn (CSU) war vom "neuen Herrgottswinkel" mit Tradition sehr begeistert. Seit 50 Jahren ist er Sinnbild für eine Wanderregion, für die "Sommerfrische" damals und den Tourismus heute. Auf dem Wanderweg RT 13 gelegen, der sich 7,5 km rund um Wallenfels zieht und eine Differenz von 310 Höhenmeter aufweist, ist der Herrgottswinkel eine willkommene Einkehrmöglichkeit. Auch und vor allem dank Hilde Gleich, der Hüttenwirtin. "Die Wanderhütte steht schon 50 Jahre und wird auch noch weitere 50 Jahre stehen", sagte Korn. Dank sagte er dem Vorsitzenden der Frankenlust, Bernhard Schlee, der sich zusammen mit seiner Vorstandschaft immer um die Belange der Hütte kümmert. "Wenn es ihn nicht gäbe, müsste man ihn erfinden", lobte Korn. Susanne Deuerling