"Große Wirkung durch große Persönlichkeiten im Ehrenamt" - so warb der Vizepräsident der Industrie- und Handelskammer für Oberfranken Bayreuth, Michael Waasner, um Kandidaten, die sich für das 30-köpfige IHK-Gremium bei der Wahl Anfang Januar 2017 aufstellen lassen wollen.
Das IHK-Gremium Forchheim ist eines von acht Gremien des Kammerbezirkes der IHK für Oberfranken Bayreuth; neben Bamberg, Bayreuth, Hof, Kronach, Kulmbach, Lichtenfels und Marktredwitz-Selb. Rund 5500 kammerzugehörige Unternehmen wählen in Stadt und Landkreis Forchheim die Gremiumsmitglieder, die ihrerseits lokale Aspekte und Interessen einbringen sollen.


Sechs Treffen

In der Regel stehen sechs Gremiumstreffen als Abendveranstaltungen im Jahr an: Unternehmensbesichtigungen, aktuelle Fachthemen, lokale Themen wie Fachkräftemangel, Innenstadtentwicklung und die Zusammenarbeit mit der Politik und Absolventen-Abschlussfeiern.
Hinzu kommen offene Veranstaltungen für alle kammerzugehörigen Unternehmen oder öffentliche Veranstaltungen. So organisierte das IHK-Gremium im Februar eine Podiumsdiskussion zur Wahl des Forchheimer Oberbürgermeisters, um den Kandidaten mit wirtschaftspolitischen Fragen auf den Zahn zu fühlen.


50 geladene Gäste

"Unternehmer haben keine Lobby. Die öffentliche Diskussion über wirtschaftliche Sachverhalte verläuft zunehmend unternehmensfeindlich. Erbschaftssteuerreform, Energiewende, Verschärfung der Arbeitszeitverordnung sind Beispiele für eine wirtschaftsfremde Politik", erläuterte Waasner bei einer Auftaktveranstaltung in der Volksbank Eventhalle in Forchheim vor knapp 50 geladenen Gästen.
"Die Interessen der gewerblichen Wirtschaft zu vertreten ist eine der zentralen Aufgaben der IHK für Oberfranken Bayreuth. Dies gelingt nur, wenn sich Unternehmerinnen und Unternehmer im Ehrenamt vor Ort organisieren und der gewerblichen Wirtschaft Stimme und Gesicht verleihen", konkretisierte der Vorsitzende des IHK-Gremiums Forchheim. Er selbst wird sich für die nächsten fünf Jahre wieder zur Wahl stellen. Es sei beunruhigend, dass laut einer aktuellen Umfrage des Beratungsunternehmens EY unter 3500 Studenten in 27 Universitätsstätten ein knappes Drittel der Befragten nach dem Studienabschluss am liebsten im öffentlichen Dienst arbeiten würde, so der Geschäftsführer der Gebrüder Waasner Elektrotechnische Fabrik. Der Wunsch nach Arbeitsplatzsicherheit stehe hier offensichtlich im Vordergrund.
"Wie ticken die Studenten?" fragte Waasner den Präsidenten der Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Prof. Dr.-Ing. Joachim Hornegger, der seit April 2015 die Geschicke der Universität mit über 40 000 Studierenden lenkt. Hornegger, der bis 2005 bei Siemens Medical Solutions im Bereich Bildsystementwicklung tätig war, griff das Stichwort "Wettbewerb" für seinen Impulsvortrag zum Thema "Einbettung der Friedrich-Alexander Universität in die Metropolregion" auf.
Es sei notwendig, gerade die leistungsorientierten Studenten an die Universität zu locken und sich auf Forschungsschwerpunkte zu fokussieren. Zu diesen zählten wie Materialforschung, Medizintechnik, Optik oder Arbeitsmarktforschung. "Great people attract great people: Hervorragende Wissenschaftler ziehen entsprechende Doktoranden und Studenten an", betonte er. Diese Studenten brächten die Risikobereitschaft und das Selbstbewusstsein mit sich, eine eigene Firma zu gründen.


180 Millionen Euro

Die Universität müsse sich laut Hornegger dem nationalen und internationalen Wettbewerb um die besten Köpfe stellen und Vergleiche anstellen mit dem Massachusetts Institute of Technology in Boston, dem Imperial College London, der RWTH Aachen und der TU München.
Dabei scheue man sich nicht, Kooperationen mit Unternehmen einzugehen: 65 Millionen Euro der 180 Millionen Euro Drittmittel kommen aus der Industrie und Stiftungen. Es bestehe eine enge Zusammenarbeit der Uni mit namhaften Unternehmen aus der Region. "Wir suchen uns die stärksten und besten Partner aus", sagte Hornegger.
Großes Potenzial erkennt er im Medical Valley Center GmbH. So stammten bereits 32 Prozent aller deutschen Patentanmeldungen im Bereich Diagnostik und Chirurgie aus dem Medical Valley Center Erlangen. Alle wichtigen Akteure im Bereich Medizintechnik seien in einem Radius von 20 Kilometer um Erlangen herum zu finden. Hornegger ist sich sicher, dass einige Universitätsausgründungen auch im Forchheimer Medical Valley Center ihren Platz einnehmen werden.