Über 31 000 Zuschauer, eine Auslastung von mehr als 72 Prozent - das sind nach Meinung von Siegfried Küspert Zahlen, die sich sehen lassen können. "Natürlich haben wir noch Luft nach oben", sagte der Vorsitzender der Naturbühne bei der Hauptversammlung. Man wolle die Besucher aber nicht etwa durch mehr Veranstaltungen anlocken, sondern durch eine Verbesserung der Qualität.
Um dieses Ziel zu erreichen, organisiere Christine Kammerer Workshops zur Fortbildung der Akteure, so Küspert. Das Niveau an der Naturbühne sei enorm. "Ich habe Achtung vor jedem, der sich bereiterklärt, von März bis August seine privaten Interessen hintanzustellen. Das ist faszinierend. Jeder, der hier schon einmal Theater gespielt hat, weiß, wie dieser Virus wirkt. Da gibt es auch kein Medikament dagegen."


Ein kleines Unternehmen

Der Verein ist laut Vorsitzendem längst zu einem kleinen Unternehmen geworden. Umso außergewöhnlicher seien die ehrenamtlich erbrachten Leistungen. 122 Personen seien an der Vorbereitung und Durchführung der Sommerspiele 2016 beteiligt gewesen. Aber auch die passiven Mitglieder würden bei Ausflügen, Vernissagen, Feiern und freiem Auftritt bei den Premieren mit einbezogen. Küspert sprach von einem Erfolgsmodell "Naturbühne".
Der Vorverkauf für die Spielzeit 2017 ist nach Aussage des Vorsitzenden gut angelaufen. "Im Jubiläumsjahr der Reformation bringen wir mit der Welturaufführung von ,Luther - Rebell seiner Zeit' ein Stück, das in der nordbayerischen Szene bereits jetzt für viel Resonanz gesorgt hat. Die Schirmherrschaft hat die Regionalbischöfin Dorothea Greiner übernommen."
Die Tradition der Klassiker werde mit Dürrenmatts "Der Besuch der alten Dame" fortgesetzt. "Auch wenn unsere klassischen Produktionen nicht die Resonanz finden, die ihnen unserer Meinung nach aufgrund der Schauspielerleistungen zustehen würde, werden wir weiter daran festhalten. Unser Anspruch ist es, unserem Publikum auch gehobene Theaterliteratur anzubieten", begründet Küspert diese Entscheidung.
Man beweise damit, dass die Akteure durchaus in der Lage seien, auch solche teilweise schwierigen Rollen zu beherrschen. "Das ist ein Teil unseres guten Rufs", so Küspert.
Die fränkische Kultur komme in dem Volksstück "Die Schlammschlacht" zum Ausdruck. Mit dem Kinderstück "Peter Pan" werde das Angebot der Eigenproduktionen abgerundet. Ergänzt wird es durch acht Gastspiele. Gerd Kammerer, zuständig für die Verpflichtung dieser Künstler, ist sicher, dass hier für jeden Geschmack etwas Passendes dabei ist.


Ein Aushängeschild

Mit einer Steigerung im künstlerischen Bereich, Investitionen in die Technik, die sanitären Anlagen und den neugestalteten gastronomischen Betrieb könne das Angebot für die Besucher noch attraktiver gestaltet werden. "Wir hoffen, dass dadurch der Wehlitzer Berg wieder zum Pilgerort für viele theaterbegeisterte Zuschauer wird", schloss der Vorsitzende.
"Was ihr in den letzten Jahren und Jahrzehnten geleistet habt, ist großartig. Ihr seid das kulturelle Aushängeschild unseres Landkreises", erkannte Landrat Klaus Peter Söllner an. "Ich freue mich auf die Spielzeit 2017. Der Landkreis ist an eurer Seite."
"Die Attraktivität der Bühne kommt nicht von ungefähr. Die Vielfalt der Stücke ist es, die immer wieder begeistert", sagte Bürgermeister Werner Diersch.