Waldsachsen — Ohne einen Vorsitzenden muss im Moment der Obst- und Gartenbauverein auskommen. Bei den Neuwahlen stellte sich Amtsinhaber Günter Benning nicht mehr zur Verfügung. Ein Nachfolger konnte nicht gefunden werden. Benning begründete seine Entscheidung, nicht mehr für das Amt des Vorsitzenden zu kandidieren, mit seinem politischen Engagement im Coburger Kreistag, dem er seit 2014 angehört.
Seine Funktionen in verschiedenen Ausschüssen und als stellvertretender Fraktionssprecher der CSU binden seinen Worten zufolge so viel Zeit und Energie, dass er es nicht mehr möglich sei, sich den Aufgaben eines Vorsitzenden so zu widmen, dass es den Verein weiter voranbringe.
Benning nutzte die Gelegenheit für einen kurzen Rückblick auf seine sechsjährige Amtszeit. Neben zahlreichen Aktivitäten hob er besonders die Übernahme des Feuerwehrhauses, das ins Leben gerufenen Johannisfeuer und die erfolgreiche Jugendarbeit hervor. Nicht ohne Stolz berichtete Günter Benning davon, dass im Jahr seines Amtsantritts drei Jugendliche im Alter bis 18 Jahren dem damals 272 Mitglieder umfassenden Verein angehörten. Derzeit zählen von den 279 Mitgliedern 30 zu der Gruppe der Jugendlichen.
Da sich bei den anstehenden Neuwahlen kein Kandidat gefunden hat, kam die Versammlung überein, den Posten im Moment vakant zu lassen. Die Aufgaben des ersten Vorsitzenden übernimmt kommissarisch der alte und neue zweite Vorsitzende Stefan Schulze. Nachdem Kassier Horst Böhm ebenfalls auf eine weitere Kandidatur verzichtete, übertrug die Versammlung Michael Kurzendörfer die Verantwortung für die Finanzen des Vereins. Die Führungsriege komplettiert Birgit Schmidt, die als Schriftführerin bestätigt wurde.

Wenn, dann hilft Wagner

In seinem letzten Bericht als erster Vorsitzender zeigte Benning, dass der Verein ein großes Augenmerk auf gesellige und gesellschaftliche Veranstaltungen legt, um den Zusammenhalt der Mitglieder zu stärken. Die Resonanz der Gartenbauer und der Bevölkerung habe gezeigt, dass das Konzept aufgegangen sei.
Überrascht zeigten sich einige Mitglieder über die Rechnung der Feuerwehr Rödental über deren Einsatz beim Johannisfeuer. Benning nutzte die Gelegenheit, um bei Bürgermeister Marco Steiner nachzufragen, ob hier "nicht was geht". Ein Zusage bekam Benning zwar nicht, das Stadtoberhaupt sagte aber zu, die "Sache zu prüfen". Unerwartet Hilfe bekam der Verein aus einer anderen Ecke. Herbert Wagner, der für 25 Jahre Mitgliedschaft geehrte wurde, sagte zu, dass er die Kosten übernehmen werde, sofern mit der Stadt keine Lösung gefunden wird.
Marco Steiner zollte den Verantwortlichen seinen Respekt angesichts dessen, was der Verein alles auf die Beine gestellt hat. Der Obst- und Gartenbauverein Waldsachsen habe die Wichtigkeit erkannt, Kinder und Jugendliche in das Vereinsleben einzubinden, sagte Marco Steiner. Auch Landrat Michael Busch stellte die Jugendarbeit in den Focus seiner Betrachtungen. Man dürfe bei aller Euphorie nicht blauäugig davon ausgehen, dass alle Jugendliche bei einem Verein bleiben. Aber, sagte Landrat Busch, im "gesetzteren Alter" erinnere man sich wieder an den Verein und komme gerne wieder. Martin Rebhan