von unserem Mitarbeiter  Ralf Naumann

Wülflingen — Der Wässernachlauf in Wülflingen ist erstens äußerst beliebt und gerät zweitens zunehmend fest in Schweinfurter Hände: Trotz sehr bescheidener äußerer Bedingungen mit viel Nass von oben nahmen am Himmelfahrtstag wieder einige hundert Athletinnen und Athleten teil. Dabei könnte die Veranstaltung auch in "Vollert-Lauf" umbenannt werden, denn neben Mama Elke Vollert triumphierten beim Schülerlauf auch ihre beiden Zwillinge Jana und Simon. Und bei der Herrenkonkurrenz verteidigte mit Michael Wetteskind noch ein Schweinfurter, diesmal von der DJK, seinen Titel.
Während Simon Vollert für die zwei Kilometer 10:34 Minuten benötigte, kam seine Schwester Jana sogar eine Sekunde eher ins Ziel. Damit brauchte sie allerdings deutlich länger als im Vorjahr, als sie ebenfalls gewann. Auf den Plätzen folgten Tina Kirchner (11:18, Iserlohn "Roosters") und Linda Zimmermann vom TV Zeil (11:33). Zweiter bei den Jungen wurde Timo Götz (11:06 Minuten, Augsfelder "Street Kids") vor Tim Schnarrenberger (11:19, TV Zeil).
Elke Vollert erreichte das Ziel beim Hauptlauf über 9,5 Kilometer derweil nach 39:23 Minuten und war damit erneut einige Sekunden schneller als 2013 (39:37) und 2012 (41:05). Auf den Plätzen folgten Teamkollegin Dorothea Gohles (40:52) vor Gudrun Heinrich (42:31) vom TV Haßfurt. "Heute ging es mir gar nicht so gut", war die Siegerin mit ihrer Leistung nicht ganz zufrieden. Ihr hätten noch der Marathon in Würzburg sowie der Halbmarathon in Schweinfurt in den Knochen gesteckt. Letztlich war sie mit dem Lauf auf der "schönen Strecke" aber einverstanden.
"Das hat richtig Spaß gemacht heute", freute sich Michael Wetteskind über seinen zweiten Erfolg in der "Wässernach" ein bisschen mehr. Der 28-Jährige, der seit seinem 14. Lebensjahr als Läufer aktiv ist, hatte bei seinem Sieg nur wenig Mühe. Zwar konnte er bis zum Ende den Atem des Zweitplatzierten Christian Schneidawind (32:32 Minuten) spüren. Wetteskind rettete aber letztlich einen knappen Vorsprung von zwei Sekunden ins Ziel und war sogar 53 Sekunden schneller als bei seiner Premiere. "Wenn es kühler ist und regnet, ist es immer noch besser als Sonne und zu heiß", sagte er und zeigte sich mit den äußeren Bedingungen deshalb sehr zufrieden. "Es war einfach optimal." Zum Jubiläum im Jahr 2015 strebt er, "wenn es zeitlich hinhaut", dann den "Hattrick" an.
Hinter Wetteskind und Schneidawind kamen der Zeiler Kevin Karrer (LG Bamberg, 33:13), der Eltmanner Matthias Pfuhlmann (34:24), Bernd Dornberger (34:54, SV Altenschönbach), Ralf Häfner (35:04, Team Hofff Ebern) und Werner Weth (35:13, SV Vasbühl) ins Ziel. Ebenso wie der Sieger freute sich auch Matthias Pfuhlmann über sein diesjähriges Abschneiden. "Ich bin aufgrund einer Grippe noch angeschlagen", machte der mittlerweile 47-jährige Eltmanner deutlich. "Ich habe deshalb lange nicht gewusst, ob ich überhaupt an den Start gehe." Zwar sei die Zeit "nichts Überwältigendes für mich persönlich. Aber ich bin froh, dass es trotz der Krankheit so gut geklappt hat. Ich habe schon damit gerechnet, vorzeitig aufhören zu müssen."

500 Euro für die Lebenshilfe

Vollauf gelungen war neben dem Nordic-Walking-Lauf oder dem "Bambinilauf" auch der zum zweiten Mal ausgetragene "Wettlauf, der eigentlich gar kein Wettlauf sein will". 169 Teilnehmer schafften es, dass die Lebenshilfe in Augsfeld nun 500 Euro von einem Haßfurter Sanitätshaus bekommt. Das hatte gewettet, dass keine 150 Starter antreten würden.
Unter den Teilnehmern waren auch Michelle Breilig, Walter Pfeufer, Alexander Wild und Leiter Stefan Geng aus Ebern, die allerdings ein "Hilfsmittel" mit zwei Rädern benutzt haben: einen Tretroller. "Kickbiking", so der Fachausdruck, feierte seine Premiere in Wülflingen. "Seit fünf Jahren betreiben wir diesen Sport", erklärte der 52-jährige Physiotherapeut und freute sich, auf der Suche nach alternativen Trainingsmethoden dann im Internet fündig geworden zu sein. "Wir haben das Tretroller fahren quasi in unser Lauftraining mit eingebaut. Dann haben wir gemerkt, dass es richtig interessant und auch eine eigenständige Sportart ist", sagte er und verwies auf die bundesweit aktive "Tretroller-Gemeinschaft".