von unserem Redaktionsmitglied 
Berthold Köhler

Weidhausen — Die Gemeinde und Planer Horst-Dieter Göhring drücken bei der Fahrbahnsanierung in der Hauptstraße und der Neuensorger Straße aufs Tempo. "Wir wollen Ende des Jahres fertig sein", sagte der stellvertretende Bürgermeister, Manfred Künzel (Freie Bürger), bei einer Besichtigung der Baustelle. Ursprünglich war geplant, die Baustelle in zwei Abschnitte aufzuteilen - einen in diesem Jahr, einen im kommenden Frühjahr.
Um Zeit zu gewinnen, geht derzeit im ersten Bauabschnitt für die Verkehrsteilnehmer offiziell gar nichts. Die Gemeinde hat eine Vollsperrung ausgewiesen, damit die Baustelle schneller vorankommt. Das stört - wie sich bei der Besichtigung der Baustelle herausstellte - allerdings viele ortsfremde Autofahrer und selbst schwere Lastwagen nicht, was Kämmerer Gerhard Friedrich schulterzuckend kommentierte: "Die Straße ist gesperrt. Das steht groß da. Wenn etwas passiert, sind die Autofahrer selbst verantwortlich." Wobei es natürlich klar sei, dass die Anlieger der betroffenen Straße möglichst ihre Grundstücke mit dem Auto erreichen können - und dürfen.


Brummis in der Baustelle

Der Anliefer-Verkehr für die Firmen an der Hauptstraße ist dagegen nur über Neuensorg möglich. Dies hat die Gemeindeverwaltung in Gesprächen mit den Betroffenen so abgesprochen, auch wenn sich immer noch viele Lastwagenfahrer mangels Ortskenntnis durch die Baustelle quetschen.
Derzeit ist die Baufirma mit der Sanierung der Kanäle für Regenwasser und Abwasser beschäftigt. "Etliche Schäden", berichtet Architekt Göhring, seien bei einer Befahrung der Leitungen mit einer Spezialkamera zutage getreten. Diese werden nun ausgebessert. Göhring schätzt, dass insgesamt fast 400 Meter Kanalrohre neu verlegt werden müssen. Dies betrifft sowohl die im Durchmesser 20 Zentimeter starken Abwasser- als auch die bis zu 40 Zentimeter starken Regenwasser-Leitungen. Bei einem Teil der Schäden an den Rohrleitungen muss die Straße aber nicht einmal tiefer aufgegraben werden, weil dort die Reparaturen mit einem "Inliner" von innen aus durchgeführt werden können. Im Zuge der Fahrbahnsanierung werden auch die zahlreichen schadhaften Stellen am Bordstein und den Gehwegen ausgebessert.


Das Wetter muss mitspielen

Ein kleines Risiko ist beim Umfang der Baustelle der Zeitfaktor. Gerhard Friedrich setzt darauf, dass im Herbst das Wetter mitspielt. "Wir wollen auf keinen Fall in eine Winterbaustelle geraten", versichert der Kämmerer. Ziel sei es, die Straße bis hinunter zum Bolzplatz am Ortsausgang Richtung Neuensorg bis zum Wintereinbruch komplett fertig zu haben. Das heißt auch: Die neue Asphalt-Fahrbahndecke soll bis dahin liegen. Fast 4000 Quadratmeter Straße werden einen neuen Belag bekommen.
Insgesamt rechnet Kämmerer Gerhard Friedrich für die gesamte Baustelle mit Kosten von 395 000 Euro - "eine Summe, die wir heuer auch auf einen Schlag stemmen können".