von unserem Mitarbeiter Andreas welz

Vierzehnheiligen — Bei einer ökumenischen Segensfeier in der Basilika Vierzehnheiligen erneuerten am Sonntag katholische und evangelische Gläubige ihren Bund der Liebe. Zum traditionellen Gottesdienst nach dem Valentinstag hatten die Franziskaner, die Franziskusschwestern von Vierzehnheiligen und die evangelische Kirche Bad Staffelstein eingeladen.
Fünf Geistliche und eine Franziskusschwester segneten die Paare und überreichten ein Kärtchen, auf dem ein Schirm in den Farben des Regenbogens abgebildet war, analog zum Motto: "Wer unter Gottes Schirm sitzt". Basilikaorganist Georg Hagel erfreute die Liebenden während der Segnung der Paare mit einer besinnlichen Orgelimprovisation. Guardian Pater Heribert Arens begrüßte die rund 200 Paare mit den Worten: "Menschen, in Liebe verbunden, sind füreinander ein großes Geschenk. Der Valentinstag ist eine Einladung an Liebende, sich auf das wunderbare Geschenk der Liebe zu besinnen, das sie in Ehe, Partnerschaft und Freundschaft erleben dürfen." Manche erlebten dieses Glück einer beginnenden Liebe mit all ihrer Faszination. Andere hätten die tragende Kraft ihrer Liebe durch Jahre und Jahrzehnte in guten und in schweren Zeiten bis heute erleben dürfen. "Je länger eine Liebe trägt, desto intensiver erleben Liebende, welch einmaliges Geschenk die Liebe eines Menschen ist", sagte er.

Geschenk und Aufgabe

Der evangelische Pfarrer Matthias Hagen begann seine Predigt mit nachdenklichen Worten. Er sei traurig, dass nach den derzeitigen Scheidungszahlen etwa 36 Prozent aller in einem Jahr geschlossenen Ehen im Laufe der nächsten 25 Jahre geschieden werden. "Ich bin traurig über das Leid, die Verletzungen, die tiefen Wunden, die das Scheitern schlägt", sagte er. Doch dann wandte er sich freudigen Gedanken zu: "Ich, wir wünschen Ihnen allen heute Hochgefühle, Euphorie und Verliebtsein tausendfach und von ganzem Herzen." Liebe sei Geschenk und Aufgabe, die man hegen und pflegen, immer neu lernen und erarbeiten, auch durch kritische Zeiten festhalten und manchmal auch durchkämpfen und durchleiden müsse. "Was und wer hilft uns, dass Liebe gelingt?", fragte der Pfarrer. Ganz nüchtern betrachtet gehöre ein stabiler Alltag dazu mit Einkommen und Menschen, die es gut mit uns meinen. Armut mache Liebe schwer und oft genug unmöglich. Liebe gelinge, wenn der Mensch, den Gott Dir geschenkt hat, das Leben mit Dir teilt. Sie gelinge insbesondere, wenn jemand da sei, der den Partner stütze und ihm Orientierung biete, ein inneres Bild gebe über alle guten und erfolgreichen, aber auch vergeblichen Liebesmühen.
Schließlich wecke der Schirm Gottes Zuversicht und Vertrauen. Er beschütze Körper und Geist in schlaflosen Nächten und vor Pfeilen, die tagsüber andere abschießen. "Gott ist Schutz und Schirm, wenn Du liebst", machte Pfarrer Hagen deutlich. Den Gottesdienst gestalteten die Padres Heribert Arens, Bernhard Braun, Christoph Kreitmeir, Franziskusschwester Alexia Hoderlein, Pfarrerin Sabine Schmid-Hagen und Basilikaorganist Georg Hagel.

Blumen und Süßes

Margit und Michael Gärtlein aus Mainroth waren zum zweiten Mal beim Segensgottesdienst für Liebende und es hat ihnen wieder gut gefallen. Besonders eindrücklich waren ihnen die Texte der Gebete und die Predigt von Pfarrer Hagen. Auch die Segnung werde ihnen in Erinnerung bleiben. Am Valentinstag überrasche er sie mit Blumen und sie schenke ihm etwas Süßes.
Elisabeth und Erhard Hohmann aus Dorfprozelten im unterfränkischen Landkreis Miltenberg hat der Gottesdienst mit katholischen und evangelischen Geistlichen sehr gut gefallen. Überhaupt kämen sie gerne nach Vierzehnheiligen. Zum Valentinstag unternehme man eigentlich nichts und geschenkt wird auch nichts an diesem Tag. "Für uns ist nämlich 365 Tage im Jahr Valentin", verrieten sie unserer Zeitung.
Monika und Heinrich Bayer aus Stockheim im Landkreis Kronach waren zum ersten Mal bei einem Segnungsgottesdienst in Vierzehnheiligen. Sie ist evangelisch und er katholisch, was sie beide von Anfang an in ihrer langen Ehe nie belastet habe. "Das war eine Auffrischung unsrer Eheschließung", beurteilte sie den eindrücklichen Gottesdienst. Ihnen gefiel, dass auch Alleinstehende, die ihren Partner verloren hatten, gesegnet wurden. Am Valentinstag gehe man essen, das sei für sie dann etwas ganz Besonderes.