Zeil — Das Kirchenkino der Pfarreiengemeinschaft "Am Weinstock Jesu" in Zeil beschäftigte sich mit dem Thema Mauerfall. Gemeindereferent Rudi Reinhart führte als ehemaliger Beamter des Bundesgrenzschutzes mit seinen persönlichen und beruflichen Erfahrungen eindrucksvoll zum Thema hin. Der Film "Westwind" zeigte die Zerrissenheit, die Menschen mit derselben Sprache aus demselben Kulturkreis aber aus zwei verschiedenen politischen Systemen haben. Zwillingsschwestern aus der DDR trainierten am Plattensee in Ungarn für die sportliche Ruderkarriere. Gleichzeitig verbringen einige junge Männer aus Westdeutschland ihren Urlaub dort. Als sich ein Paar zusammenfindet, werden die Konsequenzen nach der begrenzten Urlaubs- oder Trainingszeit klar. Es kommt entweder zur Trennung oder zur Republikflucht.

Erinnerung an Todesstreifen

Im Anschluss an den Film dankte das Kirchenkino-Team im Gebet für den Fall der Mauer und die errungene deutsche Einheit. Es erinnerte die Besucher jedoch auch, dass Friede und Freiheit nicht selbstverständlich sind und dass diese Werte nur mit unermüdlichem bürgerschaftlichen Engagement erhalten werden können. Mit der Erinnerung an den Todesstreifen der deutsch-deutschen Grenze, aber auch an die friedliche Revolution wurden die Gäste eingeladen, Kerzen zwischen Stacheldrahtschlingen auf die Bühne der Zeiler Kinos zu stellen. Am Ende tauschten sich die Kirchenkino-Gänger bei einem ostalgischen Essen weiter mit dem Team aus. Beim nächsten Kirchenkino im Capitol-Theater in Zeil im März steht die Dokumentation Kinshasa Symphony über ein Straßenorchester in der Hauptstadt der Republik Kongo auf dem Programm. red