von unserer Mitarbeiterin Laura köhler

Bamberg — Die Franzosen essen Frösche, die Deutschen trinken nur Bier. Wer kennt diese Vorurteile nicht?! Dass die allerdings nicht der Wahrheit entsprechen, davon können sich Schüler aus Bamberg und Rodez selbst überzeugen.

Große Beliebtheit bei Schülern

Wie jedes Jahr war der Andrang der Bamberger Schüler enorm, die Franzosen zeigten sich etwas zurückhaltender. Von deutscher Seite aus meldeten sich über 70 Schüler, auf der französischen lediglich 24. Monika Fischer, Vorsitzende des Deutsch-Französischen Clubs sagte, dies läge allerdings nur an der mangelnden Werbung in Rodez. Generell sei der Austausch, der seit 45 Jahren existiert, sehr beliebt. Die pensionierte Lehrerin, die selbst sechs Jahre in Frankreich lebte, unterstützt den vom Bamberger Kulturamt getragenen Schüleraustausch tatkräftig. Laut Fischer solle der Tausch allerdings nicht nur Urlaub sein. "Die Schüler sollen versuchen sich eigenverantwortlich in einer anderen Kultur zurecht zu finden und sich in den Familien zu integrieren."

Vorurteile nur in Kriegsgeneration

Projekte dieser Art gehen auf den Deutsch-Französischen Vertag zurück, der gerade Jubiläum feierte. Die Freundschaft dieser beiden Länder ist wichtig für Europa, nicht nur wirtschaftlich, sondern auch im sozialen Bereich. Das findet auch Agnès Cuisset, ebenfalls pensionierte Deutschlehrerin aus Rodez, die die Gruppe begleitet. Laut Cuisset findet man Vorurteile hauptsächlich nur noch in der älteren Generation, besonders haben aber die Kriegsvereinigungen zur Freundschaft beigetragen. Nur durch jahrelange Vorarbeit konnten Klischees beseitigt werden, so dass junge Franzosen heutzutage ein völlig anderes Bild vom damaligen "Erbfeind" haben.
Marion Vaur, eine junge Austauschschülerin findet: "Die Deutschen sind freundlich, sorgenfrei und immer pünktlich." Einziger Unterschied, den die Schüler auf beiden Seiten feststellen konnten, sind die verschiedenen Essensgewohnheiten der Länder. So essen wir Deutschen nicht nur Mittags warm, sondern gönnen uns auch abends eine heiße Mahlzeit. Für die Franzosen etwas ganz Neues.

Freundschaft über Jahre hinweg

Sabine Kunze, die in Bamberg Französich auf Lehramt studiert, nimmt schon seit 2005 am Austausch teil und engagiert sich mittlerweile als Begleitperson. Zu ihrer damaligen Gastfamilie pflegt sie auch nach über neun Jahren eine enge Beziehung. Einmal jährlich treffen sie sich und genau das wünscht Kunze sich auch für die zukünftigen Austauschschüler. Eine lang anhaltende Freundschaft über die "Grenzen" hinweg .