Wie ein roter Faden zog sich ein brisantes Thema durch nahezu alle Tagesordnungspunkte der Hauptversammlung des 1878 ins Leben gerufenen Bezirksverbandes der Rassegeflügelzüchter Oberfrankens in der Domänenhalle: die Vogelgrippe, die Interessen und Aktivitäten aller Hobbyzüchter negativ beeinflussende, bislang zu Ursachen und Auswirkungen wenig erforschte Tierseuche. "Die Forschung zum Thema Vogelgrippe scheint in den letzten 15 Jahren keinen Schritt vorangekommen zu sein. Nach wie vor wird das Märchen vom vogelgrippebringenden Wildvogel aufgewärmt", wetterte Bezirksvorsitzender Andreas Vogel (Schwarzenbach/Saale) unter Beifall der Gäste und Delegierten aus neun Kreisverbänden, darunter Coburg (35 Vereine), Lichtenfels (21), Frankenwald (16), Kronach (13) und Kulmbach (zehn). Vogel kritisierte, dass die von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich verordneten staatlichen Maßnahmen zur Seucheneindämmung dem Hobby Rassegeflügelzucht in allen Bereichen schwere Schäden zugefügt hätten. Damit werde Kleintier- und Geflügelzuchtvereinen unter Missachtung des Tierschutzes pauschal die Grundlage ihrer Existenz entzogen und durch Ausstellungsverbote ihre weitere Entwicklung infrage gestellt. "Ein Stück gesellschaftlichen Lebens, ein Stück Heimat und vor allem alte Geflügelrassen gehen damit für immer verloren", unterstrich der Vorsitzende nachdrücklich. Von Politikerseite habe lediglich die Landtagsabgeordnete Susann Biedefeld Unterstützung signalisiert.
Für den Bayerischen Landesverband unterstrich Gustav Bauer (Neudrossenfeld) Ausführungen seiner Vorredner. Ausdrücklichen Dank an Susann Biedefeld für ihren effektvollen Einsatz um den Themenkreis brachte Andre Karl (Weidhausen/Trübenbach) namens des Kreisverbandes der Coburger Rasseflügelzüchter zum Ausdruck. Der stellvertretende Landrat Rainer Mattern lobte züchterische Bemühungen um Artenerhalt, Freizeitgestaltung und eines Werte vermittelnden Hobbys unter Einbindung der Nachwuchsarbeit. Lob zollte Coburgs stellvertretender Landrat dem viele Jahre erfolgreich "als Aushängeschild" wirkenden Zweiten Bezirksvorsitzenden Gerhard Dehler (Ebersdorf/Frohnlach), der nach mehr als zehnjährigem erfolgreichen Wirken für die Kleintierzucht nicht mehr zur Wiederwahl zur Verfügung stand.
Bürgermeister Michael Keilich verwies stolz darauf, dass es im Gemeindebereich, in Sonnefeld, Gestungshausen und Hassenberg, aktive Kleintier- und Geflügelzuchtvereine gebe.
Die vom Vorsitzenden Andreas Vogel präsentierte Mitgliederbewegung listete für 141 Ortsvereine und unverändert neun Kreisverbände einen Rückgang bei Senioren um 421 auf 6341 und beim Nachwuchs um 41 auf 598 auf. Nach gemeldeten Mitgliederzahlen haben Neudrossenfeld (176), Feilitzsch (165) und Weismain (146) die Nase vorn. Mit acht Ehrenmeistern im Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter sowie 93 Ehrenmeistern auf bayerischer Ebene bildet Oberfranken einen Schwerpunkt. Ebenso beachtlich ist die Zahl der Ehrenmitglieder sowie Träger goldener und silberner Bundesnadeln.
In Anerkennung langjähriger Verdienste um das Zuchtwesen nahm Uwe Wenzel (Untersiemau) aus der Hand des Bezirksvorsitzenden die goldene Bundesnadel in Empfang. Gerhard Dehler (Frohnlach) wurde zum Ehrenmitglied im Bezirksverband Oberfranken ernannt. Anerkennungen gab es für Reinhard Spaderna (Weißenstadt), Joachim Lerf (Lichtenfels), Stephanie Becker (Mainleus) und Hans Fugmann (Grub am Forst).
Wiedergewählt wurde Andreas Vogel als Bezirksvorsitzender (Schwarzenbach). Neu ist Stephanie Becker als Zweite Vorsitzende. Klaus Oelzner