von unserem Redaktionsmitglied Hans Kurz

Viereth-Trunstadt — Bereits im vergangenen Jahr war im Haushaltsplan der Gemeinde Viereth-Trunstadt eine Kreditaufnahme vorgesehen. Weil man jedoch sparsam wirtschaftete und sich die Sanierung von Schloss Trunstadt verschob, mussten diese 140 000 Euro nicht in Anspruch genommen werden. Jedoch war die Neuverschuldung damit nicht aufgehoben, sondern nur aufgeschoben. Weil neben der anstehenden Schlosssanierung nun auch städtebaulich größere Investitionen anstehen, taucht der 140 000-Euro-Kredit im Haushalt 2015 wieder auf.
Für den neuen Kämmerer Alexander Kosch und die Gemeinde ist es aber von Vorteil, dass dieser Kredit von der Rechtsaufsicht nicht erneut genehmigt werden muss. Die Eckdaten des Etats stimmen, die Mindestzuführung vom Verwaltungs- an den Vermögenshaushalt ist erfüllt.

Große Investitionen

Gebraucht wird das Geld vor allem für die großen Investitionen. 750 000 Euro sollen in die Sanierung des Schlosses in Trunstadt fließen. Für die Projekte der Städtebausanierung sind es im Haushalt 2015 zwar nur 100 000 Euro, doch in den Folgejahren 2016 bis 2018 sind im Finanzplan bereits weitere 850 000 Euro veranschlagt. Größere Beträge müssen auch für die Erschließung und Entwässerung des Gewerbegebietes "Mainäcker" bereitgehalten werden, insgesamt etwa eine Viertelmillion Euro. Für die Breitbanderschließung können zwar Zuschüsse von 80 Prozent erwartet werden, dennoch muss die Gemeinde mit rund 400 000 Euro in Vorleistung gehen. Zu diesen großen Brocken kommen weitere Ausgaben für die Sanierung und den Unterhalt des Kanalnetzes, der Straßen und der Schulgebäude.

Einnahmen und Abgaben hoch

Auf der Einnahmeseite zeigt sich der Haushalt 2015 stabil. Die allgemeine positive Entwicklung der Wirtschaft kommt in Viereth-Trunstadt vor allem in Form der Einkommensteuerbeteiligung an. Hier werden die Einnahmen der Gemeinde im laufenden Jahr um etwa 125 000 auf 1,7 Millionen Euro steigen. Im Gegenzug dazu muss bei den - schwer kalkulierbaren - Gewerbesteuereinnahmen mit einem Rückgang gerechnet werden.
Nach tatsächlichen Einnahmen von rund 600 000 Euro im Jahr 2014 beläuft sich der Ansatz 2015 nur noch auf 500 000 Euro.
Kurzfristig sicher, langfristig aber von den Vorgaben der Landespolitik abhängig, sind die Schlüsselzuweisungen. Sie sind für Viereth-Trunstadt existenziell wichtig, wie der Kämmerer und sein Vorgänger, Geschäftsleiter Gerd Franke, stets betonen.
Zumindest kann Viereth-Trunstadt heuer mit exakt 894 316 Euro vom Freistaat kalkulieren, die im Rahmen des kommunalen Finanzausgleichs fließen. Das sind immerhin gut 23 000 Euro mehr als im Vorjahr.

Verschuldung steigt leicht

Insgesamt stammen die Einnahmen der Gemeinde zu 46 Prozent aus der Einkommenssteuerbeteiligung. Die Schlüsselzuweisungen steuern 25 Prozent, die Gewerbesteuer 14 Prozent bei. Kalkulierbare Steuereinnahmen, etwa aus den Grundsteuern A und B, machen nur acht Prozent aus. Hier hatte die Gemeinde die Hebesätze bereits 2012 auf 360 und 350 Prozent erhöht. Der Hebesatz stieg damals auch bei der Gewerbesteuer. Auf der Ausgabenseite schlägt alle Jahre wieder die Kreisumlage besonders zu Buche.
Zwar wurde diese im Frühjahr wiederum um einen Prozentpunkt auf 43 Prozent gesenkt. Aufgrund der gestiegenen Steuerkraft der Gemeinde muss Viereth-Trunstadt jedoch erneut mehr Geld an den Landkreis abführen als im Jahr davor: 1,18 Millionen Euro, 40 000 Euro mehr als 2014.
Die Pro-Kopf-Verschuldung wird von 356,93 Euro pro Einwohner auf 368,30 Euro steigen. Das ist deutlich unter dem bayerischen Durchschnitt vergleichbarer Gemeinden (687 Euro), jedoch mehr als im Landkreis (298 Euro).