von unserer Mitarbeiterin 
Marion Krüger-Hundrup

Bamberg — Die Verbindung zwischen Bamberg und den Herrschern aus dem schwäbischen Adelsgeschlecht der Staufer (1079 bis 1268) waren zwar eng, aber nicht immer glücklich. So starb Konrad III., der erste König aus dem Hause der Staufer, am 15. Februar 1152 in Bamberg an Malaria, die er sich bei seinem Kreuzzug zugezogen hatte. König Philipp von Schwaben wurde am 21. Juni 1208 hier in der Alten Hofhaltung nach der Hochzeit seiner Nichte Beatrix von Burgund mit Herzog Otto VII. von Meranien heimtückisch vom Pfalzgrafen Otto VIII. von Wittelsbach ermordet.
Inzwischen geht Bamberg mit seinen Gästen deutlich freundlicher um. So war es der gut gelaunte, Empathie verströmende Bürgermeister Christian Lange (CSU), der am Samstag die illustren Stadtbesucher auf der Grünfläche vor dem Bischofshaus begrüßte. Derweil verbarg noch ein purpurrotes Tuch die 30. Staufer-Stele, die im Rahmen eines weltweit einzigartigen Projektes in den vergangenen Tagen errichtet wurde. Die Stelen stehen an Orten, die einen Bezug zur Geschichte der Staufer haben. Und zwar bereits in Italien, Frankreich, Deutschland, Österreich und Tschechien. In Bayern gibt es dieses Denkmal in Dinkelsbühl, Rothenburg ob der Tauber, Niederhaus und nunmehr auch in Bamberg.

Stifter und Sponsoren

Zur feierlichen Enthüllung des Monuments schritten denn auch Bayerns Innenminister Joachim Hermann (CSU), Bürgermeister Lange, Bildhauer Markus Wolf aus Stuttgart-Plieningen und Bezirkstagspräsident i.R. Edgar Sitzmann, "der Motor der 30. Staufer-Stele", wie Gerhard Raff vom Komitee der Stauferfreunde den rührigen Unruheständler bezeichnete. Auf Bitten des Komitees hatte Sitzmann maßgeblich dafür gesorgt, dass die Stadt Bamberg nach anfänglichem Zögern der Errichtung der Stele zustimmte, und dass Sponsoren das 20 000 Euro-Projekt unterstützten. So hat etwa der Weismainer Bauunternehmer Alois Dechant das Fundament bereitgestellt und mit seinem Kranwagen auch die Aufstellung der viereinhalb Tonnen schweren und 2,75 Meter hohen Stele aus rahmweißem Jura-Marmor übernommen. Stifter des Denkmals ist der ehemalige Vorstand einer Baden-Württembergischen Bank, Hartmut Hübler.
Gerhard Raff erläuterte die Inschriften auf der Bamberger Staufer-Stele: die Namen mit Eckdaten der Staufer, die in Bezug zu Bamberg stehen sowie der Bischöfe Eberhard II. und Ekbert als Ratgeber von König Konrad III, Kaiser Friedrich Barbarossa und Kaiser Friedrich II. Auch der Name des Stelen-Stifters sowie seiner Ehefrau Elfriede sind auf dem Sockel verewigt.
Beim anschließenden Festakt im Kaisersaal der Neuen Residenz zeigte sich Innenminister Herrmann "begeistert von der Konzeption der Staufer-Stelen". Gerade im Freistaat würden sie "aus gutem Geschichtsbewusstsein feststellen, dass fränkisch-bayerische Geschichte nicht nur aus den Wittelsbachern besteht". Keine andere Dynastie des Mittelalters habe eine ähnlich hohe Popularität und europäische Dimension erlangt wie die Staufer, erklärte Herrmann. Doch bei aller Bewunderung der staufischen Königsherrschaft müssten heute andere Maßstäbe angelegt werden. Gerade im Blick auf den Umgang mit dem einfachen Volk "war nicht alles Glanz". Gleichwohl schlage die 30. Stele ein "wichtiges Kapitel in der Geschichte des fränkischen Roms" auf: "Die Stele ist eine Bereicherung und Weiterentwicklung der Stadt Bamberg", meinte der Minister.

Blütezeit des Burgenbaus

Der frühere Astronaut und Vertreter des Komitees der Staufer freunde, Ulf Merbold, rief in Erinnerung, dass die Stauferzeit die Blütezeit des Burgenbaus, der Stadtgründungen, des Rittertums, der mittelhochdeutschen Literatur, des Minnesangs sowie der romanischen und frühgotischen Architektur gewesen sei. Merbold nannte einige Orte, in denen bereits Stelen stehen und die Staufer Spuren hinterlassen haben. Die Idee, die hinter diesen Denkmälern stehe, solle weiterhin in die Zukunft getragen werden. So seien Stelen etwa in Rom, Palermo und Apulien geplant. Die nächste Enthüllung finde am 13. September in Königstein im Taunus statt.
Für Gerhard Raff sind die Stelen auch ein "Zeichen des Dankes für Frieden seit 70 Jahren": "Den haben die Staufer nicht geschafft", räumte er ein und leitete zur "Weltkulturerbe-Musik" über. Tatsächlich boten Katharina Schneider und Leonie Winkler (Flöte) sowie Jonas Hamann (Violoncello) von der Städtischen Musikschule eine meisterliche Untermalung des Festaktes.
Danach zogen die Staufer freunde mit Edgar Sitzmann zum Grab von König Konrad III. in der Ostkrypta des Bamberger Domes und legten dort samt drei Rosen ein Memento ein.