Welche verheerenden Auswirkungen ein Hochwasser haben kann, zeigte sich im Jahr 2007 in den Gemeinden Langensendelbach, Baiersdorf, Poxdorf und Effeltrich. Zehn Jahre später ist man in den damals betroffenen Gebieten in Sachen Hochwasserschutz aber dennoch keinen Schritt weiter gekommen.
Man plant und diskutiert - aber das war es dann auch schon. Der Gemeinderat Langensendelbach befasste sich in seiner jüngsten Sitzung ein weiteres Mal mit diesem Thema. Im Zuge der Planung des Hochwasserschutzkonzeptes für die Stadt Baiersdorf wurde eine Beteiligung der Gemeinde Langensendelbach mit einbezogen.
Bereits 2010 hatte die Planungsgruppe Strunz ein Konzept erstellt und Langensendelbach daran beteiligt. Konsequent verfolgt wurde das Konzept aber nicht. Nun wurden der Gemeinde Langensendelbach zwei Varianten zum Vergleich vorgelegt. Variante 1 geht von einem Abfluss von sechs Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus, Variante 2 von acht Kubikmetern.
Der geringere Wasserabfluss wurde insbesondere hinsichtlich seiner Auswirkungen auf Grabenprofile, Durchlässe sowie Erdaushub überprüft.


14,2 Prozent der Kosten

Das Hochwasserrückhaltebecken vor der Bahntrasse wurde bei der Untersuchung als Flutmulde mit einem Fassungsvermögen von 67 800 Kubikmeter angesetzt. Die sich daraus ergebenden Kosten wurden mit jenen der Variante 2 verglichen.
Demnach betragen die Kosten für Variante 1 unterm Strich 4,92 Millionen Euro und für die zweite Variante 5,73 Millionen Euro.
Das entspricht einem Anteil der Gemeinde Langensendelbach von 14,2 Prozent an der Hochwasserschutzmaßnahme. Sachbereichsleiter Sebastian Bojanowski von der Planungsgruppe Strunz wies darauf hin, dass das Wasserwirtschaftsamt Nürnberg nur ein Gesamtheitskonzept fördert. So richtig überzeugt waren die Räte von der Vorstellung der Kosten allerdings nicht. Jochen Düsel (CSU) zum Beispiel formulierte eine klare Forderung: "Wir sollten endlich anfangen, unsere eigenen Konzepte umzusetzen."
"Ein Schutz nur mit dem Augenmerk auf Grabenertüchtigung wird unser Dorf nicht schützen", betonte seinerseits Bürgermeister Oswald Siebenhaar (UWB). Zu einer Entscheidung konnten sich die Langensendelbacher Räte folgerichtig nicht durchringen.