von unserem Mitarbeiter Ulrich Engel

Memmelsdorf/Frohnlach — Vor dem heutigen letzten Spieltag in der Bayernliga-Saison 2013/14 sind noch nicht alle Entscheidungen gefallen. An der Spitze der Nord-Staffel steht die SpVgg Oberfranken Bayreuth als Meister fest. Geklärt ist mittlerweile auch die Frage, wer an der Relegation zu Regionalliga teilnehmen kann. Der Zweikampf zwischen dem TSV Aubstadt und Jahn Forchheim ist zugunsten der Aubstadter entschieden.
Unabhängig davon, mit welchen Ergebnissen beide Teams die Saison beenden werden, ist Aubstadt für die Relegation qualifiziert. Grund: Der Fußball-Verband hat dem TSV Aubstadt die Regionalliga-Lizenz erteilt, sie Jahn Forchheim aber verweigert. Forchheim bleibt also in jedem Fall Bayernligist.
Interessanter bleibt es auf den hinteren Plätzen. Die beiden direkten Absteiger stehen mit dem ASV Hollfeld und dem ASV Neumarkt bereits fest. Um die zwei Relegationsplätze wird allerdings noch gekämpft.
Alemannia Haibach, die SpVgg Selbitz und der SV Memmelsdorf sind dabei noch im Rennen. Und auch der FSV Erlangen-Bruck könnte theoretisch noch Probleme bekommen. Zwei Mannschaften werden definitiv Relegation spielen müssen, eine wird die Klasse halten und eine muss noch die Abschlusstabelle der Bayernliga-Süd abwarten.
Der schlechteste 14. aus beiden Staffeln muss ebenfalls in die Relegation. Im Süden ist die Lage noch etwas unübersichtlich, weil nach Meister BC Aichach auch SV Wacker Burghausen II seine Mannschaft an Saisonende zurückziehen wird. Direkte Absteiger wird es deshalb dort nicht geben. Die beiden sportlich ermittelten Tabellenletzten FC Ismaning und FC Affing rutschten also in die Relegation. BCF Wolfratshausen kann noch 14. werden und wird sich dann mit dem 14. aus dem Norden vergleichen müssen. Die Punktausbeute spricht für den Norden.
Der VfL Frohnlach mischt bei der Entscheidung im Norden noch kräftig mit, denn er ist heute Gegner beim SV Memmelsdorf. Für Memmelsdorf geht es um die letzte Möglichkeit, ohne Relegation den Klassenerhalt zu sichern. Man kann sich vorstellen, was da heute in Memmelsdorf abgehen wird.
Auch Selbitz und Haibach spielen zu Hause und werden ihre letzten Chancen nutzen wollen, um vielleicht doch noch der Relegation zu entkommen. Memmelsdorfs Trainer, der Ex-Frohnlacher Bernd Eigner, der am Ende der Saison zum FC Sand wechseln wird, ist zuversichtlich und hofft auf gutes Gelinge. Er macht aber auch kein Hehl daraus, dass die Anspannung in Memmelsdorf vor diesem Spiel groß ist.
In Frohnlach weiß man natürlich, was da heute auf die Mannschaft zukommen wird. Und die Mannschaft ist darauf vorbereitet und sie wird keinerlei Gastgeschenke zu verteilen haben. Schon aus Gründen der Fairness den anderen Teams gegenüber sollte Memmelsdorf nicht auf nachbarschaftliches Entgegenkommen hoffen.

"Anständig verabschieden"

Im Übrigen kassierte der VfL zum Abschluss der Vorrunde eine 2:3-Heimniederlage gegen Memmelsdorf und musste seither endgültig mit dem Begriff "Abstiegskandidat" klar kommen. Und wie hinlänglich bekannt, hat es sehr lange gedauert, ehe man in Frohnlach das Abstiegsgespenst verscheuchte.
"Wir wollen uns anständig aus der Saison verabschieden," sagt Stefan Braungardt und ergänzt: "Wir sind uns unserer Verantwortung gegenüber den anderen Teams, die noch im Abstiegskampf stecken, bewusst. Und außerdem haben wir eine Rechnung aus dem Hinspiel offen."
Für diejenigen, die heute zum letzten Mal im Trikot des VfL Frohnlach auflaufen, könnte dieses letzte Match mit ihrer alten Truppe durchaus zusätzliche Motivation freisetzen, auch wenn sie schon letzte Woche im heimischen Willi-Schillig-Stadion verabschiedet wurden.