Anette Schreiber

"Wir sind froh, dass wir wieder in fester Hand sind." Manuela Förner atmet immer noch hörbar auf. Die Unterschlagungen des vorherigen Bürgermeisters Matthias Schneiderbanger haben hohe Wellen geschlagen und für viel Unruhe gesorgt. Unter dem Wirbel hatte auch die Belegschaft im Zapfendorfer Rathaus zu leiden. Manuela Förner arbeitet hier seit 38 Jahren und ist froh, dass nun für den letzten Abschnitt ihres Arbeitslebens wieder Ruhe eingekehrt ist.
"Das Vorherige wollen wir vergessen", gibt sie den Tenor in der Verwaltung wieder. "Wir sind froh, dass wir diese Zeit hinter uns haben." Zunächst war alles wie ein Schock. Froh sei man gewesen, Zweiten Bürgermeister Siegfried Bauer zu haben. Obwohl die Vertretung auch für ihn schwer war. Ebenso für den Geschäftsführer. Nun sei alles ungleich entspannter, der neue Bürgermeister wie ein Teamkollege und "immer freundlich".
Jetzt atme man richtig auf. Auch privat. Denn während der heißen Phase habe sie sich auch privat kaum "wo hingetraut". Weil man immer auf den Vorfall angesprochen wurde, zudem irgendwie das Gefühl hatte, die gesamte Verwaltung stehe unter Generalverdacht.
"Die Vakanz war für alle schwierig", bestätigt Geschäftsführer Hans-Jürgen Einwag, der seit 27 Jahren im Zapfendorfer Rathaus arbeitet. Wie Manuela Förner wurde er ebenfalls überall angesprochen. Was in seinem Beruf an sich nicht ungewöhnlich sei. "Aber wir durften uns zum laufenden Verfahren nicht äußern."
Hauptthema seit Jahren sei die Eisenbahn, was nun wieder in den Vordergrund rücke und dafür sorge, dass alle arbeitsmäßig "über dem Anschlag sind". Freilich sei dieses Aufgabe auch interessant und die Zusammenarbeit mit dem neuen Bürgermeister lobt Einwag als "angenehm".
Seit letztem Jahr arbeitet Tina Karl im Vorzimmer des Bürgermeisters. Was während der Zeit der Ermittlungen schwierig war. "Die Leute wollten Infos und wir durften nichts sagen". Zum Glück verstehe man sich untereinander gut, sodass es hier kein Misstrauen gegeben habe. Jetzt sei es insgesamt wieder ein "schönes Arbeiten" im Rathaus.


Nun entspannter

Als "emotional entspannter" empfindet es Karina Senger, die seit sieben Jahren im Vorzimmer des Rathausschefs wirkt. In der ganz "heißen Phase" habe sie sich im Urlaub befunden - "glücklicherweise". Aber die Kollegen hätten viel abbekommen. Dennoch, gegenseitiges Misstrauen habe es nicht gegeben. Nun sei man froh, dass alles überstanden ist. Gleichwohl, etwas Positives kann Karina Senger über die schwierige Zeit doch noch sagen: "Den Zusammenhalt im Haus hat es gesteigert."