von unserem Mitarbeiter Richard Sänger

Heßdorf — Im Juli 2013, nach Fertigstellung der Gemeindeverbindungsstraße Niederlin-dach-Hesselberg, beschloss der Gemeinderat, die an der Straße stehende Marienstatue zu versetzen. Durch den Ausbau der Straße rückte die Statue sehr nah an die Fahrbahn, und die Gemeinde bekam die Auflage, eine rund 40 Meter lange Leitplanke anzubringen.
Bürgermeister Horst Rehder (BB) schlug damals vor, die Statue auf ein gemeindeeigenes Grundstück am Waldrand in Richtung Niederlindach zu versetzen. Im November des letzten Jahres erteilte dazu auch das Landratsamt die dafür notwendige denkmalschutzrechtliche Zustimmung. Auf die Ausschreibung des bauleitenden Ingenieurs Valentin Maier wurden vier Fachfirmen angeschrieben. Die Bauleistungen umfassen den kompletten Abbau, Transport und Wiederaufbau der Statue sowie Reinigung des Bildstockes und das Ausbessern der beschädigten Teile. Nach Möglichkeit wird der Bauhof den Metallzaun ab- und wieder aufbauen und auch den Betonunterbau und das Fundament erstellen.
Auf Nachfrage erklärte der Bürgermeister, dass sich leider keine ortsansässige Firma, trotz Aufforderung, an der Ausschreibung beteiligte. Der günstigste Bieter bot die Arbeiten für knapp 4000 Euro an, das zweite Angebot lag bei 9000 Euro. "Durch die Versetzung des Bildstockes können Kosten von rund 5000 Euro für Leitplanken eingespart werden", erklärte Rehder dem Gemeinderat. Die Statue wird die Firma Natursteinwerke aus Schlüsselfeld-Attelsdorf am vorgesehenen Standort aufstellen. Bei den weiteren Vergaben für die Kinderkrippe kam bei den Gemeinderäten, wegen erheblichen Kostenüberschreitungen, viel Unmut auf. "Wir werden das künftig anders handhaben, jeder Gemeinderat soll vom Planer eine Kostenaufstellung und einen entsprechenden Plan bekommen", kündigte Bürgermeister Horst Rehder (BB) gleich zu Beginn des Tagesordnungspunktes an. Auch Johann Ort (FW) und Manfred Bäreis (CSU) sehen einen dringenden Handlungsbedarf.
So führte insbesondere das Ausschreibungsergebnis der Installationsgewerke zu erheblichen Mehrkosten. Auch aus Gründen der Kostenkontrolle hält es die Verwaltung für notwendig, dass die Planer umfassende Informationen zur Kostenentwicklung abgeben. Eine erneute Ausschreibung würde die Baumaßnahme weiter verzögern und den Fertigstellungstermin gefährden, "wir müssen leider in den sauren Apfel beißen", erklärte Rehder dem Gremium. Während sich die ausgeschriebenen Bauarbeiten noch im Rahmen der Kostenberechnung bewegen, stimmte der Gemeinderat den Installationsarbeiten mit "erheblichen Bauchschmerzen" zu. Während die Arbeiten für Wärmeverbundsystem (Firma Butzbacher aus Weisendorf, rund 14 500 Euro), Fliesenarbeiten (Firma Bettreich aus Lonnerstadt, rund 19 000 Euro) und Innenputz (mit rund 15 000 Euro zehn Prozent über den Berechnungen) noch im Rahmen liegen, schluckten die Mitglieder des Gemeinderates bei den folgenden Angeboten. Die Kosten für die Elektroinstallation schätzte das Planungsbüro Korpowski auf brutto 47 600 Euro. Das günstigste Angebot kam mit 75 000 Euro von der Firma BWG Elektrotechnik aus Schwaig, das Zweitgebot lag bei mehr als 93 000 Euro. Die Mehrkosten wurden damit begründet, dass bei der Planung relevante Aspekte nicht exakt erkennbar waren. Der Planer soll bei der nächsten Sitzung dazu Stellung nehmen.

Ausgelastete Firmen

Dies trifft im gleichen Maß auch auf die Heizungsinstallationsarbeiten zu, von elf angeschriebenen Firmen kam nur ein Angebot zurück. Die Kostenschätzung betrug knapp unter 43 000 Euro, die Firma Mirschberger aus Erlangen bot die Arbeiten für knapp über 63 000 Euro an. Da war dann letztendlich die Ausschreibung der Sanitärin-stallationsarbeiten keine Überraschung mehr. Die Kostenschätzung lag bei 30 000 Euro, der einzige Anbieter legte ein Angebot in Höhe von 54 500 Euro vor. Auch hier waren Änderungen in der Planung einer der Gründe der Kostenmehrung. Auch schlägt sich die gute Konjunktur auf die Preise nieder. "Die Firmen sind ausgelastet und nicht auf jeden Auftrag angewiesen", erklärte dazu Verwaltungsleiter Martin Hofmann.