Höchstadt — Ein Mann mit Ecken und Kanten ist Lojze Wieser, eine Verlegerfigur von Format, wie man sie heute kaum noch kennt. Der 60-jährige Kärntner mit slowenischen Wurzeln ist mit seinem Wieser Verlag seit 30 Jahren ein Kenner und Förderer - nicht nur - osteuropäischer Literatur, spricht mehrere slawische Sprachen fließend, ist ein begnadeter Vortragskünstler und Anekdotenerzähler. Das versprechen die Veranstalter einer Lesung, die am Donnerstag, 27. November, um 19.30 Uhr in der Höchstadter Bücherstube stattfindet. Karten gibt es ab sofort in der Bücherstube am Vogelseck.

Drohungen und Preise

Lojze Wieser hat 900 Bücher verlegt, darunter die Reihe "Europa erlesen" mit 140 Bänden, 8000 Texten von 3000 Autoren in über 50 Sprachen, in der auch Franken einen Platz hat. Sein Engagement für Völkerverständigung, ganz real für verfolgte Autoren in der Zeit des Umbruchs in den 90er-Jahren, hat ihm Briefbomben und Morddrohungen eingebracht, aber auch den Ersten Österreichischen Staatspreis für Verleger. Eine Million Bücher hat der Verlag gedruckt und viel zur Verbreitung südosteuropäischer Literatur im deutschsprachigen Raum beigetragen. Besonderen Wert legt Wieser auf die schöne Gestaltung seiner Bücher. Er umschreibt seine Intentionen so: "Es ist der nachhaltige kulturelle Versuch, die europäische Integration mit neuen sprachlichen Melodien zu entfalten, durchs Lesen und Übersetzen sich kennenzulernen und mit Kultur und Literatur die europäische Vielfalt zu meistern." red