Heiligabend, die Familie ist zusammengekommen, um Weihnachten zu feiern - stille Nacht, besinnliche Nacht? Von wegen, fanden die Mitglieder der LEA plus-Theatergruppe an der Volkshochschule Coburg. Denn wenn letzte Vorbereitungen anstehen, die Kinder nölen, die Tante zickt, die Mutter stresst, und die Frage, wer denn nun den Baum besorgt, nur scheinbar geklärt ist, dann geht eben schief, was schief gehen kann. "Chaos unterm Weihnachtsbaum" heißt deswegen das unterhaltsame Familienstück, das die Theatergruppe am Freitag, 2. Dezember, in der CoJe aufführen wird.


Mit viel Improvisation

"Die Handlung haben wir gemeinsam entwickelt. Sie ist aus Improvisationen entstanden", erklärt Kira Söllner. "Wir wollten den Teilnehmerinnen kein Drehbuch vorgeben. Das Stück sollte ihr Projekt sein", ergänzt Nicole Wehrmann. Gemeinsam leiten die beiden Theaterpädagoginnen die Theatergruppe, die sich im Rahmen des Projekts LEA plus an der Volkshochschule seit Oktober wöchentlich unter dem Motto "Bühne frei für deine Zukunft" trifft.
Das Projekt LEA plus wird von der Bundesregierung und vom Europäischen Sozialfonds gefördert und richtet sich an Langzeitarbeitslose aus dem Projektgebiet Wüstenahorn, Coburg-Stadt, Bertelsdorfer Höhe und Scheuerfeld. Ziel ist es, Männer und Frauen durch kreative Angebote zu motivieren Neues auszuprobieren, etwas zu wagen und mitunter verborgene Talente zu entdecken.
"Gerade vom Theaterspielen profitieren die Teilnehmer enorm - persönlich wie auch beruflich", sagt Kira Söllner. "Denn hier lernt man, selbstbewusst aufzutreten, vor Leuten zu sprechen und in verschiedene Rollen zu schlüpfen. All das sind Kompetenzen, die am Arbeitsmarkt wichtig sind, und bei einem Vorstellungsgespräch enorm weiterhelfen." Der Erfolg gibt Söllner recht: Eine Teilnehmerin der Theatergruppe hat zwischenzeitlich bereits eine Arbeitsstelle gefunden. "Sie hat erzählt, dass sie Blockaden, die sie früher bei Bewerbungsgesprächen hatte, durchs Theater abbauen konnte."
Entstanden ist die Theatergruppe aus einem einmaligen Workshop, der im Sommer stattgefunden hatte. "Wir haben so positive Rückmeldungen bekommen, dass wir ein längerfristiges Angebot auf die Beine stellen wollten", erzählt Helgard van Sein, die das LEA plus-Projekt an der Volkshochschule Coburg betreut. Schnell war auch klar, dass die Gruppe den Auftritt vor Publikum wagen und sich die Aufführung eines kleinen Stücks als Ziel setzen wollte.


Beifalls als beste Belohnung

"Manche unserer Teilnehmerinnen sind schon recht nervös bei dem Gedanken, vor Publikum zu spielen", sagt Nicole Wehrmann. "Aber wenn es geschafft ist und die Leute klatschen, ist das die beste Belohnung, die es gibt." Nun hofft die Theatergruppe auf zahlreiche Besucher. "Da das Stück nicht sehr lang ist, eignet es sich gut für Familien mit Kindern", so Projektbetreuerin Helgard van Sein. "Alle sind herzlich willkommen!" ct