Stadtsteinach — Aus allen Nähten platzte die Gute Stube des Stanicher Heimatmusems. Zum dritten Mal hatte der Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt zum 3. Awo-Kulturtreff unter dem Motto "Vergnügliches Allerlei aus unserer Heimat" eingeladen.
Klaus Kuhrau aus Kulmbach, Pfarrer im Ruhestand und bekannt durch seine Bücher und seinen regelmäßigen Auftritten bei Radio Plassenburg, stellte seine Gedanken zum Rentnerdasein vor. "Siebte Klasse i. R." heißt sein neuestes Werk, in dem er beschreibt, dass es so einige verblüffende Parallelen der ersten sieben Schuljahre mit den ersten sieben Jahren als Rentner gibt.

Als Rentner mittendrin

"Als Siebtklässler im Ruhestand kennst Du Dich in dem ganzen Betrieb schon ganz gut aus. Du bist keiner von den Grundschülern mehr, hast aber auch noch keinen Abschluss", so Klaus Kuhrau.
Weiter erzählte er, dass einem auch Prüfungsstress und Torschlusspanik noch fremd sind - "man ist halt noch so richtig mittendrin."
Marinne Nowack, die einheimische Mundartautorin, berichtete humorvoll von den "natürlichen Feinden einer Hausfrau". Mit der Geschichte "Spionagenetze" beschrieb sie treffend den Informationsaustausch in einer Gemeinde. Auch mit ihren anderen Kurzgeschichten trug sie zur Erheiterung der Zuhörer bei.

Arme Oma mit Handy

In der dramatischen Beschreibung vom Fluch und Segen der modernen Kommunikationstechnologie litt das Publikum mit der armen Oma, die vom Enkel ein Handy erhalten hatte, teilnahmsvoll mit.
Ihre Abschlussgeschichte "Kleine Tyrannen" zeigte auf, wie sehr doch ein kleines Kind eine Tischgesellschaft in Atem halten kann.
Um den Zuhörern immer wieder die Möglichkeit "zum Verschnaufen" zu geben, spielte Rainer Eichner alte Volkslieder, die zum Mitsingen animierten.
Als Überraschungsgast hatte Vorsitzender Heinz Nowack die mit dem Frankenwürfel ausgezeichnete Sonja Keil gebeten, zwei Geschichten aus ihren Büchern mit dem Thema "Hilfe ich bin in Rente!" vorzulesen. Die erste Geschichte befasste sich mit den letzten Tagen an der Arbeitsstelle sowie die ersten Tage im noch ungewohnten Rentnerdasein. In der zweiten berichtete sie über den Versuch, Schreibtisch und Ablageordner von Papieren zu säubern, die man nicht mehr braucht.

Dank vom Bürgermeister

Bürgermeister Roland Wolfrum, der auch stellvertretender Vorsitzender des Arbeiterwohlfahrt-Ortsvereins ist, bedankte sich zum Schluss des Abends bei den sichtlich gut aufgelegten Mitwirkenden für die wunderschönen Vorträge.
Das Publikum im Stadtsteinacher Heimatmuseum war sich einig, dass es mit der Wahl der seit November des vergangenen Jahres geplanten Veranstaltung die richtige Entscheidung getroffen hatte. Marianne Nowack