Schweinfurt — Es sind schwere Vorwürfe, die eine 21-Jährige im März dieses Jahre gegenüber der Polizei äußerte: Bei einem Disko-Besuch in Sennfeld sei sie von einem Bekannten in ein Gebüsch gezerrt und vergewaltigt worden. Auch behauptete sie, jemand habe ihr Drogen ins Getränk gemischt. Die ermittelnden Beamten hatten Zweifel an der Geschichte der jungen Frau. Es dauerte nicht lange, bis diese zugab, alles erfunden zu haben.
Wegen Vortäuschens einer Straftat stand die 21-Jährige nun in Schweinfurt als Angeklagte vor dem Amtsgericht. Sie räumte die Tat sofort ein. Warum sie die Geschichte erfunden hatte, konnte sie sich nicht erklären, sagte sie dem Strafrichter. Vielleicht habe ihre starke Alkoholisierung in der Märznacht damit etwas zu tun. Eine Alkoholkontrolle ergab damals einen Promillewert von 2,26.
Der Staatsanwalt forderte fünf Monate Freiheitsstrafe auf Bewährung und 200 Arbeitsstunden. "Es gibt genug Frauen, die wegen Leuten wie Ihnen bei echten Vergewaltigungen massive Probleme haben." Durch das Vortäuschen einer Vergewaltigung würden echte Opfer dem unterschwelligen Vorwurf ausgesetzt, zu lügen. Außerdem bleibe an den mutmaßlichen Tätern immer ein Stigma hängen. Der Richter folgte dieser Argumentation und dem von der Staatsanwaltschaft geforderten Strafmaß. Die bereits vorbestrafte Frau nahm das Urteil an. lw