Neustadt — Den viel besprochenen demografischen Wandel nicht einfach hinnehmen, sondern daraus Nutzen ziehen, ist das erklärte Ziel des Stadtverbands der Neustadter Sportvereine. Auf der Jahreshauptversammlung führte Vorsitzender Martin Nußpickel den Vereinsvertretern deutlich vor Augen, dass es zwingend notwendig sei, der älteren Generation sportliche Angebote zu unterbreiten, um so neue Mitglieder zu gewinnen.
Nüchtern stellte Nußpickel fest: "Die derzeitige Vereinslandschaft wird so nicht weiterbestehen." Als ersten Schritt schlug er daher vor, eine Bestandserhebung in Bezug auf den Seniorensport bei den Vereinen durchzuführen.

Mehr Förderung

Als zweiten Schritt stellte er sich dann vor, dass nach Möglichkeiten gesucht wird, Förderungen für den Seniorensport zu erhalten, zum Beispiel auch Zuschüsse für Übungsleiter ohne Lizenz. Ulrich Bieberbach unterstütze den Vorschlag: "Die fitten Alten wollen beschäftigt werden", meinte er hierzu kurz und bündig.
Fast erleichtert konnte Martin Nußpickel davon berichten, dass nach über zwei Jahren Vorbereitung endlich die neue Satzung des Stadtverbands im Oktober des vergangenen Jahres einstimmig von den Vereinsvorständen und den Delegierten angenommen wurde. Wesentliches wurde laut Nußpickel nicht geändert. Eigentlich, so der Vorsitzende, wurden nur Begrifflichkeiten, Ladungsfristen und Wahlperioden neu definiert.
Der Vorsitzende unterrichte auch darüber, dass nach dem Ausscheiden der Jugendfördergemeinschaft Neustadt/Rödengrund und der Kampfkunstschule Budokai dem Stadtverband derzeit 27 Vereine mit 7139 Mitgliedern angehören. Damit ist diese Zahl leicht um 33 gestiegen.
Der größte Sportverein ist nach wie vor der Ski-Club mit 1358 Mitgliedern, gefolgt vom TBVfL mit 667 Mitgliedern. Der kleinste im Bunde ist demnach der Neustadter Schachverein, der auf 14 Mitglieder zählen darf.
Nußpickel freut sich, dass die Stadt Neustadt die nicht lizenzierten Übungsleiter mit 7750 Euro förderte.
Heftige Kritik am Verhalten der Behörden übte Thomas Möhwald, Vorsitzender des MC Neustadt. Nach seinen Worten sucht der Verein seit 27 Jahren erfolglos ein Trainingsgelände, da behördliche Auflagen hier immer wieder einen Riegel vorschöben. Man müsse jetzt nach Thüringen ausweichen, ließ Möhwald wissen und prognostizierte, dass dem Verein früher oder später die Mitglieder weglaufen werden.

Fehlendes Verständnis

Unverständlich sei für ihn, dass dem Verein auch bei geplanten Geländefahren immer wieder Steine in den Weg gelegt würden. Vor allem kritisierte er die Bürger, die sich vom Lärm belästigt fühlen: "Wir sprechen von fünf Stunden Motorradrennen alle zwei Jahre. Wenn der Nachbar jeden Samstag den Rasen mäht, ist aber alles in Ordnung", fügte Möhwald sarkastisch hinzu. Auch konnte er kein Verständnis aufbringen, dass der Verein eine Sicherheitsleitung von 10 000 Euro hinterlegen sollte, um 500 Meter Schotterweg in eine Geländefahrt einzubeziehen. Nicht unerwähnt ließ er, dass der der MC Neustadt den Namen der Puppenstadt bundesweit bekannt mache und immer wieder Sportler des Jahres stelle.
Ulrich Bieberbach kommentierte das Verhalten der Behörden mit den Worten: "Es wird erst gesagt, warum etwas nicht geht, bevor man darüber nachdenkt, wie etwas möglich gemacht werden kann." Eine Lanze für das Neustadter Ordnungsamt brach Bürgermeister Martin Stingl.
Er sei überzeugt, dass hier nach geltenden Vorschriften gehandelt worden sei. Lobend erwähnte er das Verhalten der Vereine während der Sperre der Frankenhalle. Jeder sei mit diesem Problem äußerst respektvoll umgegangen. Ab 19. März steht die Halle wieder uneingeschränkt zur Verfügung, ließ Stingl abschließend wissen.
Bezüglich des Umgangs mit dem Mindestlohngesetz verwies Fritz Unger auf die Internetseiten des Deutschen Olympischen Sportbundes. mr