Bernhard Panzer

Es wird immer schwieriger, Positionen in der Leitung von Vereinen mit ehrenamtlichen Mitgliedern zu besetzen. Zumindest bei größeren Vereinen sind die Aufgaben so immens geworden, dass der Ruf nach hauptamtlichen Mitarbeitern auf Führungsebene lauter wird. Diese Erkenntnis, die er in Versammlungen immer wieder hörte, war für Bürgermeister German Hacker (SPD) unter anderem ein Grund, über die Förderung von hauptamtlichen Angestellten nachzudenken. Deshalb brachte er einen Vorschlag der Verwaltung zur Beratung in den Kulturausschuss ein.
Demnach sollen größere Vereine die Möglichkeit bekommen, einen Zuschuss von der Stadt zu erhalten, wenn sie hauptamtliche Mitarbeiter einstellen. Die Förderung soll maximal drei Jahre gelten. Der fehlende Teil der Kosten müsse durch den Verein dann selbst getragen werden, bevorzugt durch die Erhöhung von Mitgliedsbeiträgen.


Drei Bereiche

Nach dem Nürnberger Modell, wie Hacker in der Sitzung des Kulturausschusses ausführte, könnte man die Förderung in drei Bereiche unterteilen. So kämen sowohl einzelne Vereine in den Genuss eines Zuschusses als auch Vereine, die eine Zusammenarbeit eingehen. Eine Kooperation mehrerer Einzelner, zum Beispiel über einen Kassier, werde dann stärker gefördert. Am meisten gebe es bei einer Fusion.
Allerdings sei die Förderung zeitlich begrenzt zu betrachten, quasi als Starthilfe für eine nachhaltige Lösung, die später dann durch die Vereine selbst gestemmt werden müsste. Festgelegt wurden drei Jahre, die sich im Betrag dann auch unterscheiden, der Zuschuss nach hinten hin also weniger wird.
Konkret könne das so ausschauen, dass der Einzelverein im ersten Jahr 15 Euro pro Mitglied beziehungsweise 45 Euro pro Jugendlichem bekommt und sich das dann im zweiten und dritten Jahr entsprechend verringert. Bei Kooperationen würde die Stadt im ersten Jahr 50 Prozent der Kosten tragen, bei Fusionen 75 Prozent. Natürlich gäbe es dann auch Obergrenzen.
In der Sitzung führte Hacker weiter aus, dass man dadurch natürlich keinen Steuerberater finanzieren wolle. Das Angebot soll schon den Vereinen helfen, die Belastung der ehrenamtlich Verantwortlichen zu verringern.
Konrad Körner (CSU) zeigte sich skeptisch, gerade weil sich dadurch die Struktur der Vereine nachhaltig verändern werde. "Wir öffnen damit eine Tür", meinte der junge Stadtrat. Und regte an, doch auch die kirchlichen Gruppen mit zu bedenken. Diese hatte Hacker, ebenso wie überörtliche Vereine, aus dem Programm ausgeschlossen. Kirchliche Gruppen zu fördern, das sei verfassungsrechtlich nicht möglich, meinte Verwaltungsleiter Gerhard Höfler. Da sei die Trennung von Staat und Kirche zu beachten.


Strukturen ändern sich

Sandra Wüstner (SPD) hatte zuvor festgestellt, dass sich die Gesellschaft verändert habe. Sie mache seit 30 Jahren ehrenamtliche Arbeit und müsse den Strukturwandel so hinnehmen, auch wenn ihr das Herz blute. Aber es mache Sinn, Vereine mit Hauptamtlichen zu stärken, bevor keiner mehr mit Freude einen Vorsitz übernehmen wolle.
Manfred Welker (FW) sprach das Beispiel Sandkerwa in Bamberg an. Da sehe sich ein Bürgerverein ob der wachsenden Aufgaben überfordert. Auch Herzogenaurach habe zwei große Vereine, bei denen der Verwaltungsaufwand immer größer werde. Es sei sinnvoll, den Ehrenamtlichen bestimmte Aufgaben wegzunehmen, um die Vereine zu entlasten. Denn die Vereine seien ja auch Aushängeschild der Stadt.
Jetzt wird die Verwaltung gemeinsam mit den Vereinen das Thema weiter vorantreiben.