Bamberg — Der Verein Nationalpark Nordsteigerwald hat in einer Stellungnahme zur Kreistagssitzung in dieser Woche "den mutigen Schritt" von Landrat Johann Kalb (CSU) begrüßt, sich öffentlich zum Welterberang des Steigerwaldes zu bekennen. Kalb hatte gesagt: "Ich denke, wir sind uns einig, dass der Steigerwald Welterbe werden soll. Jetzt gilt es, den Weg zu finden, wie wir zu unserem Ziel kommen können."
Der Steigerwald stelle mit seinem einzigartigen Bestand alter Buchen ein Naturerbe von Weltrang dar, das es zu schützen und für die kommenden Generationen zu bewahren gilt, so der Vereinsvorstand weiter. Wenn dies die mehrheitliche Meinung der Kreistagsmitglieder darstelle, sei das ein besonderes politisches Zeichen und sicherlich eine Zäsur. Dass dieser Weltrang von Teilen der Bevölkerung schlichtweg verkannt werde, zeige eine Aussage des Vereins "Unser Steigerwald" auf einem Flugblatt, das durch dessen Mitglieder vor dem Kreistag verteilt wurde. Darin heiße es wörtlich: "Wir akzeptieren keine Blamage für unsere Region, die ein Label ‚Weltnaturerbe Steigerwald' bringen würde, denn der Steigerwald hat von seiner natürlichen Ausstattung außer ein paar dicken Buchen, die beim nächsten größeren Sturm am Boden liegen (...) nichts Herausragendes zu bieten".
Die einzige Blamage, die der Verein Nationalpark Nordsteigerwald hier erkennen könne, sei die Sicht der in diesem Verein organisierten gewählten Steigerwälder Volksvertreter auf ihre eigene Heimat. Der Verein Nationalpark Nordsteigerwald stimme zwar der Aussage zu, dass ein Nationalpark für den Erwerb des Welterbestatus formell nicht erforderlich ist, aber gerade ein Nationalpark etabliere die geforderten Schutz- und Rahmenbedingungen, die für die Anerkennung und Aufrechterhaltung eines Welterbestatus zwingend nötig sind.
Man wolle jedoch einen Nationalpark, in dem es keine Verlierer gibt, betont der Verein in seiner Stellungnahme. "Unser Vorschlag ist: Wir schaffen zusammen eine Nationalparkverordnung, die dafür Sorge trägt, dass die Befürchtungen und Ängste der Bevölkerung nicht eintreten. Andere Regionen haben dies auch geschafft. Wenn drei fränkische Landkreise zusammenarbeiten, ist dies eine realistische Forderung!" red