Zum traditionellen Ehrungsabend verdienter Mitglieder hatte die Gewerkschaft Verdi, Ortsverein Forchheim, in den Landgasthof Schrüfer nach Pinzberg eingeladen. Vorsitzender Josef Messingschlager begrüßte unter den zahlreich erschienen Gästen besonders die Bezirksgeschäftsführerin Doris Stadelmeyer sowie den Bezirksvorsitzenden von Oberfranken West, Harald Kober.
Stadelmeyer schlug als Hauptreferentin einen weiten Bogen zurück bis 1946. So lange sind verdiente Mitglieder schon dabei. Eine Zeit, in der Gewerkschaften mit viel Mühe wieder begannen, sich zu organisieren. Sie erinnerte daran, dass auch damals Heimatvertriebene integriert werden mussten.


Kritik an der AfD und CSU

Stadelmeyer geißelte im Hinblick auf die Asylsuchenden "die Hetzreden von heute. Aus der AfD, zunehmend aber auch aus der CSU".
Es sei ein Ablenken von den wirklichen Problemen, man brauche offenbar einen Sündenbock. Stadelmeyer rief "ein Hoch auf die widerständigen Wallonen" und forderte weiter zum Widerstand gegen Ceta auf. Beim Mindestlohn sieht sie eine rechnerische Mindestgröße von 11,68 Euro als zwingend, damit minder Bezahlte nicht in die Grundsicherung fallen.
Zudem kritisiert sie nachdrücklich die Rentenpolitik der Bundesregierung und versteht das "Krisengerede" nicht. Zusammen mit Harald Kober und Josef Messingschlager zeichnete Stadelmeyer anschließend treue Mitglieder für 25 bis 70 Jahre aus.
Gottfried Gabriel und Herbert Buchholz sind 70 Jahre dabei. Buchholz erinnerte an die Zeit, wo Gewerkschaften noch verboten waren, als er 1939 als Postjungbote seine erste Arbeitsstätte antrat. Nach russischer Gefangenschaft trat er 1946 wieder in den Dienst. Was damals 25 Euro als Lohn waren, seien heute 800 Euro.
"Was wäre unsere Gesellschaft ohne Gewerkschaften und wie wichtig sind sie noch heute", betonte der Forchheimer in seiner Rede.
Franz Galster