Am kommenden Samstag, 25. März, um 19.30 Uhr findet das letzte Konzert dieser Saison des VHS-Musikrings statt. Das "Norbert-Gabla-Tango-Trio" feiert seine Premiere im Kreiskulturraum Kronach.
Hierbei treffen drei Musiker aufeinander, die ihre Leidenschaft zum argentinischen Tango verbindet. Sie vereinen gekonnt musikalische Perfektion mit mitreißender Emotionalität.
Die stilistische Bandbreite reicht vom klassischen Tango, wie er in Buenos Aires Anfang des 20. Jahrhunderts erklang, über die Neoklassiker des Giganten Astor Piazzolla bis zu modernen Eigenkompositionen.
Norbert Gabla ist als Bandoneonvirtuose in ganz Deutschland bekannt. Nach seinem Akkordeon- und Saxophonstudium am Meistersingerkonservatorium Nürnberg begann er - auch inspiriert durch eine Studienreise nach Argentinien, der Heimat des Tangos - sich auf das Bandoneonspiel zu spezialisieren.
Er wirkte in verschiedenen Theaterproduktionen, z. B. am Schauspielhaus sowie am Opernhaus Nürnberg, am Stadttheater Fürth und am Prinzregententheater München. Darüber hinaus hat er - in Zusammenarbeit mit verschiedenen Musikerkollegen - mehrere CD-Aufnahmen mit Eigenkompositionen veröffentlicht und unterrichtet an der Sing- und Musikschule Fürth. Norbert Hiller studierte am Meistersinger-Konservatorium Nürnberg Querflöte, musikalische Früherziehung und evangelische Kirchenmusik. Es folgte ein Aufbaustudium im Fach "Jazzpiano" an der Hochschule für Musik in Frankfurt. Norbert Hiller lebt und arbeitet als Jazzpianist in Franken.
Dietmar Engels wirkte während seines Kontrabass-Studiums an der Musikhochschule Köln an verschiedenen Projekten abseits des Mainstreams mit. Er war an Uraufführungen von zeitgenössischen Werken beteiligt und spielte auch in Jazzensembles. Die barocke Aufführungspraxis und Kammermusik gehörte ebenfalls zu seinen Tätigkeitsfeldern.
Nach seinem Studium folgten Engagements im Gürzenich-Orchester Köln und am Hessischen Staatstheater in Darmstadt. Seit 1993 ist Dietmar Engels Mitglied des Landestheaters Coburg, wo er seit 1995 die Position des Solo-Kontrabassisten innehat. Er spielt seit vielen Jahren Tango in verschiedenen Besetzungen und leitet Tangoensembles an der Berufsfachschule für Musik in Kronach und am Gymnasium Albertinum in Coburg.
Der Tango entstand Ende des 19. Jahrhunderts in den Hafenvierteln von Buenos Aires. Durch das Zusammentreffen von eingewanderten Spaniern und Italienern, afrikanischen Sklaven und auch arbeitslos gewordenen Landarbeitern entwickelte sich zunächst die Milonga, ein fröhlicher, schneller Tanz neben dem ernsteren Tango. Die Musiker mit Flöte, Violine und Gitarre, später auch mit Klavier und Bandoneon, zogen durch Kneipen und Tanzsäle. Musik und Tanz waren für die Menschen eine Möglichkeit, Ablenkung zu finden.
Der große internationale Erfolg des Tangos wurde vor allem durch das Aufkommen der neuen Medien wie Schallplatte, Rundfunk und Film begünstigt. So gab es bald erste Tonaufnahmen, und vor allem in Paris feierte der Tango Argentino frühe Erfolge.
Kurz vor dem Ersten Weltkrieg hatte sich der Tango als Kunstform etabliert, argentinische Tango-Orchester reisten nach Europa und die Tänzer und Musiker erfuhren hohes Ansehen.


Neuer Aufschwung für den Tango

Ende der 1950er Jahre verlieh Astor Piazzolla dem Tango neuen Aufschwung. Angereichert durch Elemente aus Klassik, Jazz und neuer Musik gelang ihm eine Neuinterpretation des Tangos, die weltweit Zuspruch erfuhr. Heutzutage hat der Tango seinen festen Platz in der Musikszene. Berühmte Musiker wie Gidon Kremer, Yo Yo Ma und Daniel Baremboim veröffentlichten Tango-Einspielungen, der traditionelle Tango wird wieder entdeckt und von der jungen Musikergeneration gepflegt.
In Kronach spielt das "Norbert-Gabla-Tango-Trio" traditionelle Tangos wie "El Choclo" oder "La Cumparsita" à la parrilla - das heißt, es wird bewusst auf geschriebene Arrangements verzichtet, um der spontanen Improvisation Raum zu geben. red