Nach 52 Jahren in der Kommunalpolitik und Parteiarbeit tritt Hermann Angermüller ins zweite Glied zurück und kandidierte nach 18 Jahren nicht mehr als Vorsitzender des CSU-Ortsverbandes. An seine Stelle tritt Uwe Thaler, unterstützt von zwei Stellvertretern, Hermann Angermüller und Andreas Welz. Schriftführer bleiben Jürgen Hergenröther und Schatzmeister Matthias Zirkelbach. Die Wahl leitete Stadtverbandsvorsitzender Ronald Kaiser. Alle Mandatsträger einschließlich der Delegierten wurden einstimmig gewählt.
Als 25-Jähriger wurde Hermann Angermüller 1965 in den Gemeinderat der nicht parteigebundenen Freien Bürger und Bauern gewählt. Von Beginn an wirkte er erfolgreich in der Opposition gegen eine starke SPD. Seinen Grundsätzen, für alle Bürger da zu sein und zu helfen, wo Not an Mann ist, ist er bis heute treu geblieben. Am 1. Januar 1978 wurde Buch Lichtenfelser Stadtteil. Die SPD konnte einen Ortssprecher und später Stadtrat wählen. Den Freien Bürgern blieb das verwehrt, da die Partei nicht im Stadtrat vertreten war. "Wir haben damals in der Luft gehangen", erinnerte er sich. Auf Bestreben maßgeblicher CSU-Mitglieder aus Lichtenfels wurde 1979 die CSU gegründet. Auf Anhieb schaffte Angermüller 1982 den Sprung in den Kreistag, dem er zwölf Jahre angehörte. Zwei Jahre später wurde er in den Stadtrat gewählt. Auch dort konnte er sich 18 Jahre erfolgreich für sein Heimatdorf einsetzen. 2002 verzichtete auf eine erneute Kandidatur zugunsten jüngerer Kandidaten. Noch heute bedauert seine Fraktion diesen Schritt, denn er war ein Garant für gewonnene Wahlen.


25-Jahr-Feier in guter Erinnerung

Als Hermann Angermüller 1999 den Vorsitz des Ortsverbandes übernahm, war das Kassendefizit auf knapp 1000 Mark angewachsen. Ein Vereinsmitglied und Spenden konnten den Kassenbestand ausgleichen. 20 Prozent der Sitzungsgelder und weitere Spenden besserten schließlich die Finanzlage auf. Im Gegensatz zu anderen Ortsverbänden kämpfte Buch gegen seine Randlage an der Grenze zum Landkreis Coburg. Das habe sich auch bei den Einnahmen ausgewirkt, da die Besucher von Feierlichkeiten aus Nachbarverbänden ausblieben, stellte Angermüller fest. In seiner Amtszeit blieb ihm die 25-Jahr-Feier in guter Erinnerung, an der auch der damalige Bundesminister Karl-Theodor zu Guttenberg teilnahm.
Die Aktion der CSU und des Obst- und Gartenbauvereins, Ruhebänke auf den Wegen rund um Buch aufzustellen, fand in der Bevölkerung ein positives Echo. 17 Mitglieder habe er geworben. Sein Wunsch zum Abschied als Vorsitzender: "Wir brauchen einen passenden Kandidaten für die kommende Stadtratswahl."
Stadtverbandsvorsitzender Ronald Kaiser erinnerte an das schlechte Wahlergebnis der Bürgermeisterwahl 2014. "Die Fehler werden wir nicht wiederholen und werden die Ortsverbände mit ihren Vorsitzenden stärker in den Wahlkampf einbeziehen", versprach Kaiser. Sein Dank galt Angermüller: "Wir konnten uns auf ihn auf dem Außenposten der CSU verlassen." Bei der Einbahnregelung aufgrund der Sanierung der Coburger Straße in Lichtenfels machte er deutlich, dass die Bucher keine Umwege in Kauf nehmen müssten, da eine Umleitung über die Stichstraße beim Autohaus Thurnwald und die Alte Coburger Straße zur Kreuzung an der Langen Brücke geplant sei. Ortssprecher Andreas Welz zeigte sich erfreut über das schnelle Internet in Buch bei Anschlusswerten bis 50 Megabits. Probleme bereiteten Endgeräte wie Rooter oder Telefonanlagen, die ausgetauscht und programmiert werden mussten. Auch die Verbesserung des Trinkwassers mit einem geringeren Kalkanteil stehe auf seiner Wunschliste. Andreas Welz