von unserem Mitarbeiter Andreas Welz

Lichtenfels — Der Anteil der Urnenbestattungen hat in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Bestatter, Friedhofsgärtner und Steinmetze suchen nach Wegen, sich auf diese Veränderungen einzustellen. Auch in Lichtenfels reagiert das Friedhofsamt auf diesen Trend. "Die Hälfte aller Bestattungen in Lichtenfels sind mittlerweile Urnenbeisetzungen", stellte Angelika Seidel bei der Hauptausschusssitzung des Stadtrats am Mittwoch fest.
Die Leiterin des Friedhofsamtes erläuterte eine Gemeinschaftsurnengrabanlage, die auf dem Schneyer Friedhof geplant ist. Für die Nutzung der Leerstandsfläche an der Mauer des alten Friedhofs sei eine Anlage in Form einer Urnensteele mit gefächertem Metallring auf dem Boden für insgesamt zwölf Grabstellen vorgesehen, erläuterte Seidel. Die in der Mitte befindlichen drei Steinsteelen aus heimischen Gestein fügten sich harmonisch zur bestehenden Standsteinmauer in das Gesamtbild des Friedhofs ein. Jede Grabstelle, ein Ringsegment, biete Platz für zwei Urnen.


Individuelle Gestaltung möglich

Die Ringsegmente könnten durch die Hinterbliebenen nach eigenen Wünschen zum Beispiel mit Zierkies, Bepflanzung, Blumenschale oder einem Schriftstein individuell gestaltet werden. Grabsteine oder Stelen in den Segmenten sind nicht vorgesehen. Der Ersterwerb sei für 30 Jahre vorgesehen, eine Verlängerung sei anschließend möglich, betonte Angelika Seidel.
Die Kosten für den Ersterwerb einer Grabstelle betrügen 1309 Euro. Darin seien 600 Euro für das Nutzungsrecht und 709 Euro anteilige Herstellungskosten enthalten. Die Aufstellung sei im Frühjahr 2016 geplant. Bis dahin sei man im Dialog mit den Bürgern und Bestattungsunternehmern. Die Bevölkerung werde durch Infotafeln umfassend informiert.
Bei der Ausführung der Anlage sollten heimische Unternehmen berücksichtigt werden. "Trotz höherer Anschaffungskosten ist die Urnenstele in Schney günstiger als die Stele in Lichtenfels", betonte Angelika Seidel. In Lichtenfels seien die Herstellungskosten mit 393 Euro zwar niedriger, aber dort entstünden Zusatzkosten von geschätzten 2000 Euro ohne Bronzering, sodass in Lichtenfels 2993 Euro Gesamtkosten anfallen. Ein herkömmliches Urnengrab koste 2740 Euro, ein Rasenurnengrab 850 Euro. "Für die Urnenstele in Schney fallen keine weiteren Zusatzkosten für ein Grabmal an", unterstrich die Leiterin des Friedhofsamtes. Angelika Seidel machte deutlich, dass sie alle Friedhöfe im Stadtgebiet von Lichtenfels auf die Möglichkeit einer Urnengrabanlage wie in Schney untersucht habe. Einige eigneten sich aus Platzgründen oder aus den örtlichen Gegebenheiten heraus nicht. In einigen Friedhöfen, zum Beispiel in Oberlangheim, sei vorerst eine solche Anlage nicht empfehlenswert, da dort die Nachfrage sehr gering sei. Auf Anfrage des Schneyer Stadtrats Rudi Breuning (SPD) versicherte Seidel, dass in der geplanten Urnengrabanlage auch eine anonyme Bestattung möglich sei.