Unterbrunn — Die Dorfgemeinschaft bepflanzte im Staatsforst Abtenberg unter Anleitung des zuständigen Leiters des Forstrevieres Reckendorf, Markus Wicklein, kahle Waldflächen. Ein Gewittersturm hatte hier am 22. Juli gewütet und sieben Hektar Kahlstellen entstehen lassen.
Der Staatsforst Abtenberg bei Unterbrunn ist durchlöchert wie ein Schweizer Käse. Besonders die Fichten wurden in einem zwei Kilometer langen und 200 Meter breiten Band derart vom Wind gebogen, dass sie gefällt werden mussten. Markus Wicklein betonte, wie wichtig es sei, gleich wieder aufzuforsten und dabei eine bunte Palette von Baumarten zu nehmen. Monokulturen seien nicht zeitgemäß.
Gepflanzt wurden deshalb von den vielen freiwilligen Helfern Lärchen, Douglasien, Esskastanien, Ahornbäumchen und Walnüsse. Die Fichte als einstiger "Brotbaum" sei durch die Klimaveränderung, einhergehend mit der Zunahme von Trockenheit und Stürmen, nicht mehr zu empfehlen. Der Wald im Staatsforst solle deshalb bunter und stabiler werden, so Wicklein.
Ein besonderes Dankeschön bekamen die Garten- und Blumenfreunde für ihren Einsatz von dem Leiter des Forstbetriebs Forchheim, Stephan Keilholz. "Es ist schon etwas Besonderes, dass angrenzende Dorfbewohner nicht nur die Arbeiten sehen, sondern auch tatkräftig mit anpacken." Zum Dank spendieren die Staatsforsten für die nächste Jahresversammlung das Wildfleisch für ein Wildessen. Die Vorsitzende des Landesbundes für Vogelschutz, Kreisgruppe Lichtenfels, Marion Damm, sagte, dass diese Aktion Vorbildcharakter hätte. "Schön wäre es, wenn solche Aktivitäten wieder Schule machen. Eine Aktion von der Basis fördert zudem die Gemeinschaft und bringt Naturverbundenheit. Wichtig ist zudem, dass solche Einsätze die Teilnehmer stolz und glücklich machen", so die Vorsitzende weiter. Damm fand es bemerkenswert, dass die Anregung zur Pflanzung von der Unterbrunner Jugend gekommen sei. Diese wolle sogar die Patenschaft übernehmen und Bäumchen in den ersten Jahren pflegen. Markus Imhof, Forstwirt an der Forstdienstelle Forchheim und wohnhaft in Unterbrunn, unterwies anfangs die 16 freiwilligen Helfer in der richtigen Pflanztechnik. JS